SK Hynix plant das größte US-Listing eines ausländischen Unternehmens aller Zeiten. Der südkoreanische Speicherriese sammelt über 28 Milliarden US-Dollar über Zertifikate ein. Die Börse reagiert nervös auf diese gewaltige Kapitalmaßnahme. Am Mittwoch brach der Kurs in Seoul um fast sechs Prozent ein.

Aktuell notiert das Papier bei knapp 2,08 Millionen Südkoreanischen Won. Auf Wochensicht verliert der Titel damit fast 19 Prozent. Ein massiver Rücksetzer.

Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie dennoch einen starken Gewinn von rund 206 Prozent. Das erst Ende Juni erreichte Jahreshoch liegt etwa 30 Prozent entfernt.

Rekord-Listing in New York

Der Fokus des Marktes liegt voll auf dem Nasdaq-Debüt an diesem Freitag. SK Hynix gibt knapp 178 Millionen sogenannte American Depositary Receipts aus. Jedes Zertifikat entspricht genau einem Zehntel einer Stammaktie. Das Orderbuch platzt bereits aus allen Nähten.

Große institutionelle Investoren reißen sich um die Papiere. Baillie Gifford und Coatue Management wollen allein für sieben Milliarden US-Dollar zeichnen. Das Management bestimmt den finalen Preis am Donnerstag.

Milliarden für die KI-Infrastruktur

Das frische Kapital fließt in den aggressiven Ausbau der Fertigung. Der Konzern kauft dafür neue teure Belichtungsmaschinen für extrem ultraviolette Strahlung.

Das Ziel: SK Hynix baut seine Dominanz im Speichermarkt aus. Mitte Juni lieferte das Unternehmen bereits erste Muster der neuen HBM4E-Generation an Großkunden. Diese Speicherchips sind für kommende KI-Beschleuniger unverzichtbar.

Die neuen Bauteile arbeiten extrem effizient. Sie verarbeiten Datenpakete spürbar schneller und senken den Stromverbrauch um 20 Prozent. Ein spezielles Gehäuse verbessert obendrein die Hitzebeständigkeit massiv.

Langfristige Strategie für Südkorea

Das US-Listing flankiert einen gewaltigen heimischen Investitionsplan. Der Konzern verteilt enorme Summen auf drei Kernprojekte:

  • Yongin-Cluster: Bis 2033 fließen rund 600 Billionen Won in ein neues Zentrum für die DRAM-Produktion.
  • Standort Cheongju: Der Ausbau der NAND-Flash-Fertigung kostet etwa 100 Billionen Won.
  • Südwestliche Region: Weitere 400 Billionen Won finanzieren etappenweise einen völlig neuen Speicher-Hub.

Das gigantische Volumen der ADRs weckt akut Sorgen vor einer Verwässerung der Altaktionäre. Großinvestoren greifen jedoch massiv zu und dämpfen dieses Risiko. Am 10. Juli fällt der Startschuss für den offiziellen Nasdaq-Handel unter dem Ticker SKHY. Der erste Kurs an der Wall Street liefert Investoren dann die finale Bewertung der massiven Kapitalmaßnahme.