Südkoreas Finanzmarkt erlebt eine Zäsur. SK Hynix durchbricht als zweites Unternehmen des Landes eine historische Schallmauer. Die Marktkapitalisierung des Speicherchip-Giganten übersteigt die Marke von 2.000 Billionen Won. Das entspricht rund 1,3 Billionen US-Dollar.

An der Börse spiegelt sich diese Stärke eindrucksvoll wider. Die Aktie kletterte am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 2.891.000 Won. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Kursplus auf atemberaubende 308 Prozent.

Gewinnsprung treibt den Kurs

Der Haupttreiber für diese Rally ist eine drastische Anpassung der Gewinnprognosen. Analysten erwarten für das laufende Quartal einen operativen Gewinn zwischen 60 und 70 Billionen Won. Die Folge: Das bereits starke Vorquartal rückt weit in den Schatten.

Hinter dieser Explosion steht ein struktureller Engpass bei KI-Infrastruktur. Das Management rechnet damit, dass dieser Zustand mindestens drei Jahre anhält. Die Vertragspreise für DRAM- und NAND-Speicher steigen aktuell um 50 bis über 70 Prozent. Das liefert dem margenstarken Produktmix einen enormen Hebel.

KOSPI auf Rekordjagd

Der Aufstieg von SK Hynix zieht den gesamten südkoreanischen Markt mit nach oben. Der Leitindex KOSPI übersprang am Freitag erstmals die Marke von 9.300 Punkten. Samsung und SK Hynix machen zusammen mittlerweile gut 52 Prozent der gesamten Index-Marktkapitalisierung aus.

Technologisch baut der Konzern seinen Vorsprung bei KI-Beschleunigern weiter aus. Erste Muster des neuen HBM4E-Speichers gehen bereits an Großkunden. Diese Chips arbeiten deutlich schneller und sparen Strom. Die Konkurrenz schläft indes nicht. Intel warb gerade den ehemaligen SK-Hynix-Chef Lee Seok-hee für seine eigene Chip-Fertigung ab.

Milliarden für den Ausbau

Um die gewaltige Nachfrage zu bedienen, beschleunigt SK Hynix seine Ausbaupläne. Der erste Reinraum im neuen Yongin-Halbleitercluster öffnet bereits im Februar 2027. Das ist drei Monate früher als ursprünglich geplant.

Für die erste Fabrik an diesem Standort fließen insgesamt rund 31 Billionen Won. Diese Anlage dient künftig als globale Produktionsbasis für die nächste Generation von KI-Speichern. Mit der vorgezogenen Eröffnung sichert sich SK Hynix die nötigen Kapazitäten, um den aktuellen Boom voll auszuschöpfen.