160 Prozent im laufenden Jahr — SK Hynix hat den südkoreanischen Aktienmarkt in eine Einzel-Aktien-Story verwandelt. Das weckt Erinnerungen an den Dot-com-Boom. Und eine koreanische Großbank zieht den Vergleich nun ausdrücklich.
Wenn eine Aktie den Index dominiert
SK Hynix stellt aktuell rund 22 Prozent der gesamten KOSPI-Marktkapitalisierung. Das ist ein historischer Rekord — der bisherige Höchstwert von 13 Prozent stammte von SK Telecom im Mai 2000, auf dem Höhepunkt der Dot-com-Blase. Zusammen mit Samsung Electronics kontrollieren die beiden Halbleiterkonzerne fast 48 Prozent des Index.
Hana Securities warnt jetzt offen. Analyst Lee Jae-man schreibt, das Ende des aktuellen Bullenmarkts werde der Moment sein, in dem SK Hynix Samsung Electronics bei der Marktkapitalisierung überholt. Derzeit liegt SK Hynix bereits bei rund 85 Prozent von Samsungs Börsenwert. Als historisches Referenzbeispiel nennt Lee Cisco Systems im Jahr 2000: Damals überholte Cisco Microsoft und General Electric — obwohl der Konzern nur 20 Prozent von GEs Nettogewinn erwirtschaftete.
Fundamentaldaten stützen — noch
Hana Securities nennt die Rally keine Verzerrung. Der entscheidende Unterschied zum Jahr 2000: Die Gewinnbeiträge decken die Konzentration ab. Samsung und SK Hynix kommen zusammen auf rund 72 Prozent des prognostizierten KOSPI-Nettogewinns — bei 48 Prozent Indexgewicht eine ungewöhnlich solide Basis.
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Der Gewinnabstand bleibt trotzdem erheblich. Samsung Electronics soll 2026 einen Nettogewinn von 280 Billionen Won erzielen, SK Hynix 208 Billionen Won. Das Bewertungsgefälle schrumpft also schneller als das Ertragsgefälle — genau das beobachtet Hana Securities mit Unbehagen.
HBM als struktureller Treiber
Hinter der Neubewertung steckt ein konkreter Engpass: High-Bandwidth-Memory ist weltweit knapp. SK Hynix hat öffentlich erklärt, DRAM, NAND und HBM seien vollständig ausverkauft. Microsoft, Google und Amazon sollen dem Unternehmen Investitionsangebote unterbreitet haben, um sich künftige Kapazitäten zu sichern.
UBS hob das Kursziel im Mai auf 1,7 Millionen KRW an und erhöhte die Gewinnprognosen für 2026 und 2027 um 22 beziehungsweise 29 Prozent. Die Bank spricht von einem Speicher-Superzyklus, der in fast 30 Jahren seinesgleichen sucht. SK Securities setzte das Kursziel sogar auf 3 Millionen KRW — mit dem Argument, das 12-Monats-Forward-KGV von rund 5,2 rechtfertige keine klassische Zykliker-Bewertung.
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Der Kurs notiert nach dem Rekordhoch von knapp 1,976 Millionen KRW Anfang Mai rund elf Prozent darunter. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei fast 78 Prozent — ein Niveau, das wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.
Nächste Generation bereits in Vorbereitung
SK Hynix blickt bereits über HBM4 hinaus. Samples der leistungsstärkeren HBM4E-Variante sollen in der zweiten Hälfte 2026 an Kunden gehen, die Massenproduktion startet 2027. Der Kernchip nutzt den 1c-Nanometer-Prozess — die erste sechste DRAM-Generation der Branche, die SK Hynix als 11 Prozent schneller und 9 Prozent energieeffizienter als den Vorgänger beschreibt.
Ob die Dominanz im KOSPI dauerhaft durch Gewinne gedeckt bleibt oder sich zunehmend von der Realität löst, hängt vor allem daran, wie lange der HBM-Engpass anhält. Erste Antworten liefern die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 — erwartet im Juli.
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