Ein Plus von 25 Prozent an einem einzigen Handelstag. So etwas sieht man selten bei einem Halbleiterkonzern dieser Größenordnung. SK Hynix schoss am Freitag auf 1.654.000 KRW – und der Auslöser war eine Mischung aus globaler Chip-Euphorie und einem ungewöhnlichen persönlichen Signal aus der Konzernspitze.

Der Rebound aus den USA und ein Kauf mit Symbolkraft

Den Startschuss lieferte die Wall Street. Nach starken Quartalszahlen großer US-Techkonzerne sprang der Philadelphia Semiconductor Index am Donnerstag um 8,19 Prozent. Die US-Depositary-Receipts von SK Hynix zogen daraufhin über Nacht um 17,52 Prozent an – die Bühne für den Freitags-Sprung in Seoul war bereitet.

Verstärkt wurde die Rally durch eine Nachricht aus dem eigenen Haus. SK-Group-Chairman Chey Tae-won kaufte am Donnerstag erstmals persönlich Aktien seines Unternehmens am freien Markt. 3.620 Stammaktien für umgerechnet rund 4,8 Milliarden KRW. Marktteilnehmer werteten den Schritt als Vertrauenssignal nach der jüngsten Kurskorrektur – ein CEO, der nach einem Rückgang selbst zugreift, sendet ein Signal, das Analysten-Kommentare kaum erreichen.

Rekordquartal trifft auf Nvidia-Milliardenpakt

Die eigentliche fundamentale Basis der Rally legte SK Hynix bereits am Mittwoch mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Der Umsatz kletterte um 257 Prozent auf 79,32 Billionen KRW. Der operative Gewinn schoss um 557 Prozent auf 60,54 Billionen KRW – bei einer operativen Marge von 76 Prozent, einem historischen Höchstwert für den Speicherchiphersteller.

Der Nettogewinn erreichte 93,92 Billionen KRW, getrieben auch durch nicht-operative Erträge aus Investments. Direkt nach der Veröffentlichung geriet die Aktie zunächst unter Druck. Die Zahlen blieben hinter überzogenen Markterwartungen zurück, hinzu kamen Sorgen wegen steigender Investitionsausgaben.

Der Markt drehte schnell zurück zur Wachstumsgeschichte. Ein zentraler Baustein dafür: die auf 500 Milliarden Dollar taxierte strategische Partnerschaft mit Nvidia, am 24. Juli beim AI Summit in San Francisco besiegelt. Die mehrjährige Allianz umfasst die gemeinsame Entwicklung von KI-Speicherchips der nächsten Generation sowie den Bau einer riesigen KI-Infrastruktur – darunter eine 2-Gigawatt-KI-Fabrik, die 2027 ans Netz gehen soll.

HBM4 läuft an, DDR5 bringt Traummargen

Im Rahmen der Quartalszahlen bestätigte das Management den Start der Massenauslieferung von HBM4, dem hochbandbreiten Speicher der sechsten Generation. Um Umsätze planbarer zu machen, hat SK Hynix mit rund zehn großen globalen Kunden langfristige Lieferverträge geschlossen. Diese sichern Umsätze für die kommenden fünf Jahre ab.

Parallel verschiebt der Konzern Produktionskapazitäten in Richtung DDR5-Speicher. Dort haben massive Lieferengpässe die Margen auf bis zu 90 Prozent getrieben – ein Bereich, in dem SK Hynix seine Fertigung gezielt ausbaut.

Trotz des Kurssprungs bleibt die Aktie 44,63 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 KRW, erreicht im Juni. Die Jahresperformance zeigt dennoch, wie zentral SK Hynix für den globalen KI-Infrastrukturausbau geworden ist: Seit Jahresanfang steht ein Plus von 154,58 Prozent zu Buche. Der Nvidia-Deal und die HBM4-Auslieferungen dürften in den kommenden Quartalen zeigen, ob sich das aktuelle Tempo halten lässt.