SK Hynix legt zu Wochenbeginn kräftig zu. Die Aktie steigt am Montag um 3,24 Prozent auf 1.816.000 Won. Damit setzt der Titel eine Erholung fort, die in den letzten sieben Handelstagen bereits knapp 3 Prozent Plus brachte.
Auslöser ist eine Ankündigung mit Signalwirkung für die gesamte Halbleiterbranche. Nvidia und die SK Group haben Absichtserklärungen für eine umfassende Partnerschaft unterzeichnet. Das Volumen: mehr als 500 Milliarden Dollar für den Aufbau von KI-Infrastruktur.
Speicher-Deal mit Nvidia als Kern der Vereinbarung
Die Vereinbarung reicht vom Bau kompletter KI-Fabriken bis zur Lieferung von KI-Speicherchips. Sie baut auf einer jahrzehntelangen Partnerschaft zwischen SK Group und Nvidia auf. Erst kürzlich hatten beide Seiten Pläne für eine 2-Gigawatt-KI-Cloud von SK Telecom in Südkorea vorgestellt, die auf Nvidias DSX-Plattform läuft und SK-Hynix-Speicher vom Typ HBM4 nutzt. Die erste KI-Fabrik soll 2027 den Betrieb aufnehmen.
Für SK Hynix bedeutet der neue Vertrag vor allem eines: langfristige Abnahmesicherheit. Das Unternehmen und Nvidia wollen künftig gemeinsam die nächste Generation von KI-Speicher entwickeln, darunter HBM-Chips für große Sprachmodelle und autonome KI-Systeme. Nvidia sichert sich damit stabile Lieferungen, SK Hynix bekommt eine verlässliche Wachstumsbasis.
SK-Group-Chairman Chey Tae-won brachte die Strategie auf den Punkt: Im KI-Zeitalter zähle nicht nur, wie effektiv man KI einsetze, sondern wie viel Intelligenz man selbst produzieren könne. Nvidia-CEO Jensen Huang lobte Südkoreas Chip-Kompetenz und industrielle Infrastruktur als ideale Basis für die Partnerschaft.
Kurs bleibt weit unter altem Rekordhoch
Trotz des Kurssprungs ist die Aktie noch weit von ihren Höchstständen entfernt. Sie notiert 39,2 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, das SK Hynix am 25. Juni erreichte. Der 30-Tage-Wert zeigt weiterhin ein Minus von über 32 Prozent — Nachwirkung der scharfen Korrektur nach dem viel beachteten Nasdaq-Debüt im Juli.
Der Blick auf die längere Frist relativiert die jüngste Schwäche allerdings deutlich. Seit Jahresbeginn steht für SK Hynix ein Plus von 179,52 Prozent zu Buche. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 117 Prozent hoch, der RSI von 42,1 signalisiert aktuell weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
HBM-Marktmacht als Fundament
Der Nvidia-Deal untermauert eine Position, die SK Hynix bereits heute innehat. Jede H100-, H200- und Blackwell-GPU, die Nvidia an Rechenzentren liefert, enthält HBM-Speicher von SK Hynix. Jedes ausgelieferte System wird damit zum dauerhaften Kunden.
Die Bank UBS geht davon aus, dass SK Hynix 2026 rund 70 Prozent des HBM4-Marktes für Nvidias kommende Rubin-Plattform kontrollieren wird. Diese Dominanz erklärt, warum Investoren die neue Partnerschaft als strategischen Rückenwind werten und nicht nur als symbolische Ankündigung.
Die Marktreaktion kommt nur wenige Tage vor einem wichtigen Termin: SK Hynix legt in Kürze Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Bericht liefert den ersten konkreten Einblick, wie sich die steigende Nachfrage nach KI-Speicher tatsächlich in Umsatz und Gewinn niederschlägt — und ob die Aktie den Weg zurück in Richtung ihrer Juni-Hochs findet.
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