SK Hynix macht am Donnerstag einen Sprung von 4,86 Prozent und schließt bei 1.919.000 KRW. Auslöser ist ein möglicher Deal in den USA: Der südkoreanische Speicherchip-Riese soll als Betriebspartner für Intels milliardenschweres Werk in Ohio im Gespräch sein.

Intel sucht Partner für verzögerten Ohio-Standort

Intel hat den Bau seines 28-Milliarden-Dollar-Werks in Ohio bereits bis 2030 verschoben. Jetzt sucht der US-Chipkonzern offenbar einen Partner, der die Anlage betreibt. Laut Berichten von Semafor führt SK Hynix bereits Gespräche darüber, allerdings in einer frühen Phase.

Eine komplette Übernahme der Fabrik hatte SK Hynix zuvor dementiert. Im Raum steht stattdessen ein Betriebsmodell, bei dem Intel Eigentümer bleibt und SK Hynix operative Aufgaben übernimmt. Für die Koreaner wäre das ein weiterer Baustein ihrer US-Expansion – neben der geplanten Packaging-Anlage in Indiana entstünde damit ein zweiter US-Standort.

Anleger positionieren sich vor den Quartalszahlen

Der Kurssprung fällt auch mit der Vorbereitung auf die Zahlen zum zweiten Quartal zusammen. SK Hynix meldet seine Ergebnisse am 29. Juli 2026. Analysten erwarten einen Rekord-Betriebsgewinn zwischen 60 und 65 Billionen Won.

Drei Faktoren treiben diese Erwartung:

  • HBM-Marktführerschaft: SK Hynix hält aktuell etwa 56 bis 58 Prozent des globalen Marktes für High-Bandwidth-Memory-Chips.
  • Preismacht: Die Durchschnittspreise für DRAM- und NAND-Speicher sind im Jahresvergleich deutlich gestiegen.
  • KI-Nachfrage: Der Bedarf an Speicherchips für KI-Beschleuniger und Rechenzentren bleibt hoch.

Der Konzern hat zudem eine Investition von 7,09 Billionen Won in seine Packaging-Kapazitäten am Standort Cheongju genehmigt. Das Projekt trägt den Namen P&T7 und soll die Führungsposition bei HBM4-Chips absichern, deren Massenproduktion in den kommenden Quartalen anlaufen soll.

Starke Erholung, aber weit vom Hoch entfernt

Trotz des Kurssprungs bleibt SK Hynix 35,75 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 KRW, erreicht am 25. Juni 2026. Der jüngste Rückgang um fast ein Viertel binnen 30 Tagen zeigt, wie volatil der Titel im aktuellen KI-Boom handelt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 195,37 Prozent zu Buche – ein Beleg für die massive Neubewertung des Unternehmens im Zuge des KI-Hardware-Zyklus.

Der RSI von 44 signalisiert, dass die Aktie den überverkauften Bereich nach der jüngsten Korrektur verlassen hat. Ob sich die Intel-Gespräche zu einer konkreten Vereinbarung verdichten, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – die Quartalszahlen am 29. Juli liefern dafür einen ersten wichtigen Stimmungstest.