Eine Rekordwoche und ein Kurssturz von über acht Prozent an einem einzigen Tag — bei SK Hynix passt das gerade zusammen. Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller steuert auf die vermutlich bedeutendste Woche seiner jüngeren Geschichte zu. Am Mittwoch legt das Unternehmen Quartalszahlen vor, die laut Analystenschätzungen die höchste operative Marge der gesamten Halbleiterbranche zeigen könnten. Parallel dazu startet ein technisches Manöver, das die Aktie zusätzlich in Bewegung bringen dürfte.
500-Milliarden-Dollar-Pakt mit Nvidia
Am Samstag besiegelten SK Group und Nvidia eine erweiterte Partnerschaft mit einem Volumen von über 500 Milliarden Dollar. Im Zentrum steht der gemeinsame Bau sogenannter „AI Factories“ — Großanlagen, die Nvidias Rechenleistung mit SK Hynix‘ Speicherlösungen verbinden.
Die erste dieser Anlagen soll 2027 starten. Sie nutzt die Nvidia-DSX-Plattform und läuft mit SK Hynix‘ neuer HBM4-Speichergeneration. Flankiert wird das Projekt von einer langfristigen Lieferzusage über 750 Milliarden Dollar mit mehreren US-Technologiekonzernen. Ziel ist eine stabile Versorgung mit Hochleistungsspeicher (HBM) bis zum Ende des Jahrzehnts.
Quartalszahlen mit Rekordmarge erwartet
Am Mittwoch, dem 29. Juli, meldet SK Hynix die Zahlen für das zweite Quartal 2026. Ein Konsens aus 14 lokalen Analysehäusern, zusammengestellt von Yonhap Infomax, rechnet mit einem Quartalsumsatz von 84,1 Billionen Won.
Der operative Gewinn soll einen historischen Höchststand von 64,1 Billionen Won erreichen. Getragen wird diese Prognose von einem HBM-Marktanteil von 60 Prozent und steigenden Preisen für Premium-Speicher. Die operative Marge könnte dadurch auf 75 bis 77 Prozent klettern — ein Wert, der laut Markterwartung sowohl Nvidia als auch TSMC übertreffen würde.
Sollten sich diese Schätzungen bestätigen, käme allein der addierte operative Gewinn der beiden südkoreanischen Chip-Riesen SK Hynix und Samsung Electronics auf über 150 Billionen Won für ein einzelnes Quartal.
Kurskorrektur nach starkem Lauf
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.759.000 Won — ein Tagesminus von 8,34 Prozent im Zuge einer breiteren Schwäche des KOSPI-Index. Auf Monatssicht steht damit ein Rückgang von 31,82 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein Plus von 170,74 Prozent stehen.
Der RSI-Wert liegt aktuell bei 40,1. Das signalisiert eine deutliche Entfernung von überkauften Marktphasen. Charttechniker beobachten die Marke von 1.719.000 Won als wichtige Unterstützungszone vor den anstehenden Zahlen.
ADR-Umtausch startet am Tag der Zahlen
Ein weiterer Kurstreiber der Woche: Am 29. Juli öffnet der zweiseitige Umtauschmechanismus für SK Hynix‘ neue Nasdaq-notierte American Depositary Receipts (ADRs). Seit dem US-Debüt am 10. Juli, bei dem das Unternehmen 26,5 Milliarden Dollar einsammelte, handelten die ADRs mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber den Stammaktien in Seoul.
Ab dem 29. Juli können Investoren ADRs in Stammaktien umwandeln. Arbitrageure dürften den Preisunterschied zwischen New York und Seoul aktiv nutzen — mit entsprechend hohem Handelsvolumen. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Earnings-Call: Investoren erwarten Updates zum Hochlauf der HBM4-Produktion und zur konkreten Verwendung der 26,5 Milliarden Dollar aus dem ADR-Erlös für neue Fertigungsanlagen.
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