SK Hynix hat am Samstag Berichte zurückgewiesen, wonach der Konzern chinesische Fertigungsanlagen des Herstellers AMEC für den Einsatz in seinen China-Werken teste. Das Unternehmen wies entsprechende Meldungen laut Berichterstattung zurück. Die Klarstellung reiht sich in eine Woche voller operativer Nachrichten ein, die den Speicherchip-Konzern derzeit von mehreren Seiten fordern.

Parallel dazu sorgt ein Vorstoß des staatlichen Energieversorgers Korea Electric Power Corp für Gesprächsstoff. KEPCO schlug vor, dass SK Hynix bis 2031 rund 5 Billionen Won im Voraus für Strom zahlt, um den Ausbau des Netzes mitzufinanzieren.

Der Versorger betonte, dass Teilnahme, Zinssätze sowie Zahlungshöhe und -zeitraum noch nicht feststehen. Für SK Hynix wäre eine solche Vorauszahlung eine erhebliche zusätzliche Kapitalbindung, während der Konzern gleichzeitig seine globalen Fertigungskapazitäten ausbaut.

Belegschaft lehnt Tarifabschluss ab

Innenpolitisch brodelt es ebenfalls: Die Belegschaft von SK Hynix hat eine vorläufige Lohnvereinbarung knapp abgelehnt. Von 15.045 abstimmenden Beschäftigten votierten 50,08 Prozent dagegen. Das Ergebnis zwingt das Management, mit der Gewerkschaft erneut in Verhandlungen zu treten, während der Konzern zugleich seine Expansion in den USA vorantreibt.

Dort plant SK Hynix, ab dem dritten Quartal 2029 in seiner Fabrik in Indiana mit der Serienproduktion von HBM4E-Chips zu beginnen. Das Management geht davon aus, dass die aktuelle Knappheit bei Speicherchips bis Ende 2030 anhält – eine Einschätzung, die die mittelfristige Nachfrage- und Preissituation für den Konzern stützt.

Zusätzlich zieht SK Hynix laut Berichten in Erwägung, Teile der Basischip-Fertigung an Intel zu vergeben, um die Abhängigkeit von TSMC bei der Auftragsfertigung zu verringern.

Kapitalflüsse und politischer Rahmen bleiben Kursthema

Der klarste kursrelevante Faktor der vergangenen zwei Wochen bleibt jedoch ein makroökonomischer: Reuters berichtete, dass südkoreanische Devisenbehörden rund 20 Milliarden Dollar aufgekauft haben, die SK Hynix nach seiner ADR-Notierung im Volumen von 26,5 Milliarden Dollar im Juli am Markt verkauft hatte. Dieser Rückführungsfluss von Dollar-Erlösen belastete den Won-Kurs und wurde von Marktteilnehmern als Belastungsfaktor für die Aktie gewertet.

Zudem verhandeln Südkorea und die USA im Rahmen breiterer bilateraler Gespräche über Halbleiterinvestitionen in den USA. SK Hynix wird in diesem politischen Kontext als einer der weltweit größten Speicherchip-Hersteller genannt – ein Umstand, der den Konzern zum potenziellen Objekt künftiger Investitionsauflagen macht.

Kursbild: Erholung nach volatilen Wochen

Die Aktie reagierte am heutigen Montag mit einem Sprung von 8,3 Prozent und notiert bei 1.783.000 Won, nach einem Schlusskurs von 1.647.000 Won am Freitag. Auf Wochensicht steht ein Plus von 6,5 Prozent, über 30 Tage sind es 25 Prozent.

Der Titel notiert damit rund 2,1 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, hat sich vom 52-Wochen-Tief bei 319.000 Won jedoch bereits deutlich erholt. Angesichts der Fülle an operativen und regulatorischen Themen – von der Energiefrage über den Tarifkonflikt bis zu den Handelsgesprächen – dürfte die Volatilität bei SK Hynix vorerst hoch bleiben.