SK Hynix erholt sich am Montag deutlich. Die Aktie legt um 3,24 Prozent auf 1.816.000 Won zu. Der Auslöser sitzt nicht in Seoul, sondern in San Francisco.
Dort endete am Wochenende der KI-Gipfel mit einer Ankündigung, die es in sich hat. Südkoreas Präsident Lee Jae-myung traf die Chefs von Nvidia, OpenAI und Broadcom. Das Ergebnis: die „San Francisco AI Declaration“, eine Vereinbarung zum Ausbau von Halbleiter- und Infrastrukturkooperationen.
Ein Deal in der Größenordnung von fast einer Billion Dollar
Nach offiziellen Angaben des Präsidialamts vom 25. Juli sicherten sich südkoreanische Unternehmen langfristige Partnerschaften im Volumen von rund 950 Milliarden Dollar. Damit will das Land seinen Platz in der globalen KI-Lieferkette festigen.
Der SK-Konzern selbst verhandelt Lieferabkommen über 750 Milliarden Dollar mit verschiedenen US-Technologiepartnern. Kernstück ist eine umfassende Partnerschaft mit Nvidia zum Aufbau großskaliger KI-Infrastruktur. Der Deal soll Nvidia eine stabile Versorgung mit High-Bandwidth-Memory der nächsten Generation sichern. Im Gegenzug bekommt SK Hynix eine planbare Wachstumsbasis bis 2030.
SK Telecom baut KI-Fabrik mit HBM4-Speicher
Ein zentrales Detail des Gipfels: SK Telecom plant den Bau einer KI-Cloud mit 2 Gigawatt Leistung in Südkorea. Die Anlage nutzt Nvidias „Vera Rubin“-Plattform für beschleunigtes Computing. Angetrieben wird sie von HBM4-Speichermodulen aus dem Hause SK Hynix.
Die erste Ausbaustufe dieser „AI Factory“ soll 2027 ans Netz gehen. Marktbeobachter werten die Vereinbarungen als Verschiebung weg von reiner Komponentenlieferung hin zu integrierten Infrastrukturpartnerschaften. SK Hynix rückt dabei ins Zentrum, zumal der Konzern erst am 10. Juli seine American Depositary Receipts an der Nasdaq gelistet hat.
Erholung nach heftigem Ausverkauf
Der Kurssprung wirkt wie ein Befreiungsschlag, relativiert sich aber im Kontext. Die Aktie war in den vergangenen 30 Tagen um 32,06 Prozent eingebrochen und liegt weiterhin 39,20 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 2.987.000 Won aus Ende Juni. Der RSI von 42,1 zeigt: Die Verkaufswelle hat sich vorerst beruhigt, ohne dass die Aktie in überkaufte Bereiche zurückgekehrt wäre.
Die heutige Bewegung liest sich vor allem als Vertrauensbeweis in die HBM4-Roadmap des Unternehmens. Ob sich dieses Vertrauen bestätigt, entscheidet sich schon in wenigen Tagen.
Rekordquartal steht bevor
Am Mittwoch, den 29. Juli, legt SK Hynix seine Zahlen zum zweiten Quartal vor. 14 lokale Brokerhäuser erwarten im Konsens einen operativen Rekordgewinn von rund 64,1 Billionen Won bei einem Umsatz von 84,1 Billionen Won.
Träfe diese Prognose ein, würde allein der Quartalsgewinn den gesamten operativen Jahresgewinn von 2025 übersteigen. Die Kombination aus Milliarden-Partnerschaften und einem möglichen Rekordquartal setzt damit den Rahmen für die Handelstage bis zur Bilanzvorlage.
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