Gestern feierten Anleger noch ein fulminantes Comeback. Heute stürzt die Aktie von SK Hynix tief ab. Makroökonomische Ängste und ein schwacher Ausblick der Konkurrenz beenden die kurze Erholung abrupt. Der südkoreanische Speichermarkt erlebt eine Woche der Extreme.

Perfekter Sturm drückt den Kurs

Der Chipwert verliert am Mittwoch 9,53 Prozent. Damit fällt der Kurs auf rund 2 Millionen südkoreanische Won. Auf Wochensicht steht nun ein Minus von knapp 13 Prozent auf der Anzeigetafel.

Drei Faktoren treiben den aktuellen Abverkauf. Erstens enttäuschte Broadcom kürzlich mit seiner Umsatzprognose für KI-Chips. Das riss den gesamten Sektor mit nach unten. Zweitens schüren starke US-Arbeitsmarktdaten neue Zinssorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte wieder über die Marke von 4,5 Prozent.

Hinzu kommen geopolitische Spannungen. US-Militärschläge gegen den Iran dämpfen die Risikobereitschaft der Investoren massiv. Ausländische Anleger zogen seit Mai netto rund 12 Milliarden US-Dollar aus SK Hynix ab.

US-Börsengang im Zeitplan

Trotz der Turbulenzen hält das Management an seiner Wachstumsstory fest. Der geplante Gang an die US-Börse läuft weiter nach Plan. Das Unternehmen reichte bereits im März vertrauliche Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht ein.

Das Ziel: ein Listing im späten Jahresverlauf. SK Hynix will über sogenannte American Depositary Receipts bis zu 14 Milliarden US-Dollar einsammeln. Die angebotenen Papiere sollen maximal drei Prozent der Unternehmensanteile umfassen.

Die Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips für KI-Rechenzentren bleibt laut Firmenangaben enorm. Das Management betonte kürzlich gegenüber Investoren, dass die Bestellungen das eigene Angebot weit übersteigen.

Warten auf die US-Notenbank

Trotz des jüngsten Rückschlags steht bei SK Hynix seit Jahresbeginn ein Plus von 196 Prozent. Der Kurs notiert weit über seinem 52-Wochen-Tief. Wie der Markt die Aktie weiter bewertet, hängt nun von makroökonomischen Signalen ab.

Am Mittwoch veröffentlichen die US-Behörden die Inflationsdaten für den Mai. Dieser Bericht liefert die entscheidende Grundlage für die kommende Sitzung der Federal Reserve. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent für mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr ein.

Fallen die Verbraucherpreise höher aus als erwartet, droht dem zinssensiblen Tech-Sektor weiterer Druck. Die Zinsentscheidung der US-Notenbank am 17. Juni liefert dann den nächsten konkreten Impuls für die Chip-Aktien.