Ein Rekordgewinn, und trotzdem stürzt die Aktie ab. SK Hynix legte am Mittwoch das beste Quartalsergebnis der Firmengeschichte vor. Die Reaktion der Börse: ein Kurssturz um 9,61 Prozent auf 1.401.000 KRW.
Der Titel notiert damit 53,10 Prozent unter seinem Hoch vom Juni bei 2.987.000 KRW. Der RSI von 33,2 signalisiert eine deutlich überverkaufte Lage. Die Erklärung für den Absturz liegt nicht in schwachen Zahlen, sondern in zu hohen Erwartungen.
Verfehlte Prognosen trotz Rekordzahlen
Für das zweite Quartal 2026 meldete SK Hynix einen operativen Gewinn von 60,54 Billionen KRW. Das ist ein Plus von 557,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz schoss um 256,8 Prozent auf 79,32 Billionen KRW nach oben, getrieben von der ungebrochenen Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips und Enterprise-SSDs für KI-Infrastruktur.
Analysten hatten allerdings mit rund 64 Billionen KRW operativem Gewinn gerechnet. SK Hynix verfehlte diese Marke. Der Grund: Der Anteil von HBM-Chips am Produktmix wuchs stärker als geplant, und deren Preise legten langsamer zu als beim klassischen DRAM-Geschäft. Hinzu kamen Lieferverzögerungen bei einigen High-End-Produkten, die erst in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden.
Ein Kassenpolster von fast 88 Billionen Won
Die Bilanz zeigt trotz des Kursrutsches eine bemerkenswerte Stärke. Die liquiden Mittel kletterten von 54,33 Billionen KRW im Vorquartal auf 87,96 Billionen KRW. Ein Sondereffekt trug maßgeblich dazu bei: der Verkauf eines Teils der Beteiligung am japanischen Chiphersteller Kioxia, der einen einmaligen Gewinn von 62,166 Billionen KRW einbrachte.
Das Management hält an seinem langfristigen Ziel fest, eine Netto-Cash-Position von über 100 Billionen KRW aufzubauen. Ende Juni stand der Konzern bei 69,4 Billionen KRW. CEO Kwak Noh-jung bezeichnet diese Kassenreserve als Rückgrat für mehrjährige Investitionen in einer kapitalintensiven und zyklischen Branche.
Milliarden für HBM4, Verträge bis 2030
Um die Führungsposition im KI-Speichermarkt zu verteidigen, hebt SK Hynix die Investitionen für 2026 auf einen Bereich im hohen Zehnerbillionen-Won-Bereich an. Das Geld fließt vor allem in den Ausbau der Produktionskapazität für HBM4-Chips, deren Massenauslieferung im zweiten Quartal begonnen hat.
Parallel dazu sichert sich der Konzern Planungssicherheit über langfristige Lieferverträge. Mit rund zehn globalen Technologiekonzernen, darunter Nvidia, bestehen bereits Abkommen, die die Nachfrage bis 2030 fixieren sollen. Trotz dieser Absicherung bleibt die Stimmung am Markt fragil. Sorgen um die Nachhaltigkeit der massiven KI-Investitionen großer Cloud-Anbieter belasten weiterhin das Sentiment rund um Speicherchip-Hersteller.
Die Aktie hat binnen 30 Tagen fast die Hälfte ihres Wertes verloren, notiert aber immer noch 19,71 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Die Kluft zwischen operativer Stärke und Kursverlauf bleibt vorerst bestehen.
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