SK Hynix Aktie: 9,92-Prozent-Absturz nach Broadcom-Schock

Broadcoms schwache KI-Prognose löst einen Ausverkauf bei SK Hynix aus. Der südkoreanische KOSPI fällt stark, während Analysten den Rücksetzer als technische Konsolidierung werten.

SK Hynix Aktie
Kurz & knapp:
  • Broadcom-Prognose verfehlt Erwartungen deutlich
  • KOSPI löst Circuit Breaker aus
  • Gehebelte ETFs auf SK Hynix stark betroffen
  • Analysten sehen technische Konsolidierung

Fast zehn Prozent Kursverlust an einem einzigen Tag — SK Hynix hat am Freitag eine der schärfsten Korrekturen seit Monaten erlebt. Auslöser war kein Problem im eigenen Haus, sondern ein Zahlenwerk aus den USA.

Broadcom enttäuscht, Seoul zahlt die Rechnung

Broadcom veröffentlichte nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen — und die KI-Umsatzprognose für das dritte Geschäftsquartal 2026 lag mit 16 Milliarden Dollar rund sieben Prozent unter den Erwartungen von 17,2 Milliarden Dollar. Auch die Jahresprognose von 56 Milliarden Dollar verfehlte die erwarteten 57,6 Milliarden. Broadcom-Aktien brachen daraufhin im Nachhandel um mehr als 15 Prozent ein.

Der Philadelphia Semiconductor Index fiel um 5,45 Prozent. Das Beben übertrug sich schnell auf Asien — und traf den KOSPI besonders hart, weil Halbleiterwerte dort einen ungewöhnlich hohen Anteil am Index haben.

KOSPI unter Druck, Circuit Breaker ausgelöst

Der KOSPI verlor 5,54 Prozent — deutlich mehr als der Nikkei 225 mit 1,31 Prozent oder der Shanghai Composite mit 0,74 Prozent. Intraday fiel der südkoreanische Leitindex zeitweise um mehr als sechs Prozent. Ein Rückgang von fünf Prozent im KOSPI-200-Futures-Index löste einen Circuit Breaker aus und setzte den algorithmischen Handel für fünf Minuten aus.

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SK Hynix schloss bei 2.070.000 KRW — ein Tagesverlust von 9,92 Prozent. Auf Jahressicht steht die Aktie trotzdem noch mit rund 206 Prozent im Plus.

Hebel-ETFs verstärken den Schmerz

Besonders schmerzhaft war der Tag für Anleger in gehebelten Einzelaktien-Produkten auf SK Hynix. Der TIGER SK Hynix Single Stock Leverage fiel um 20,11 Prozent, der KODEX SK Hynix Single Stock Leverage um 20,29 Prozent. Beide schlossen auf dem niedrigsten Stand seit ihrer Auflegung. Alle bisherigen Käufer dieser Produkte sitzen damit in Verlustpositionen.

Bemerkenswert: Privatanleger kauften den Einbruch. Netto flossen 394,6 Milliarden Won in den KODEX SK Hynix Leverage — gegen den Markttrend.

Konzentration als Strukturproblem

Der Selloff legte eine bekannte Schwachstelle offen. Samsung Electronics und SK Hynix zusammen machen 54 Prozent der KOSPI-Marktkapitalisierung aus und stehen für rund die Hälfte des täglichen Handelsvolumens im Mai. Knapp drei Viertel der diesjährigen Indexgewinne entfielen auf diese beiden Unternehmen.

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Als der KOSPI diese Woche ein Rekordhoch erreichte, notierten nur 2,6 Prozent der Indexmitglieder auf Jahreshochs — während 31 Prozent auf Jahrestiefs fielen. Kein Wunder, dass Südkoreas Finanzminister öffentlich vor Herdenverhalten warnte und Maßnahmen ankündigte.

Korrektur oder Trendwende?

Analysten sehen den Rücksetzer eher als technische Konsolidierung denn als fundamentalen Bruch. Han Ji-young von Kiwoom Securities schreibt den Abverkauf vor allem Gewinnmitnahmen zu — nach einer Serie von Rekordständen hätten Anleger einen konkreten Anlass genutzt, um Positionen zu reduzieren. Ein Abschwung im Speicherchip-Zyklus oder ein Zinsschock liegen dem nicht zugrunde.

Hinzu kommt ein strukturelles Liquiditätsproblem: Bevorstehende Börsengänge von SpaceX, OpenAI und Anthropic könnten globales Kapital abziehen. Lee Kyung-min von Daishin Securities sieht im SpaceX-Listing bereits einen Auslöser für Panikverkäufe.

Goldman Sachs hob das KOSPI-Kursziel diese Woche von 9.000 auf 12.000 Punkte an. Hwang Soo-wook von Meritz Securities erwartet dennoch eine Pause bis zur Berichtssaison im Juli — frische Impulse fehlen bis dahin. SK Hynix selbst signalisierte, dass die Preisumgebung für seine Hochleistungsspeicher für KI-Chips auch 2027 günstig bleiben soll. Ob das reicht, um die Käufer zurückzubringen, zeigt sich spätestens mit den Quartalszahlen Anfang Juli.

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