Während der Kospi am Montag zwischen Verlusten und Erholung schwankte, richtet sich der Blick bei SK Hynix auf eine ganz andere Zahl: das Kurs-Gewinn-Verhältnis. KB-Securities-Analyst Jeff Kim bezeichnet die Aktie zusammen mit Samsung Electronics als „extrem unterbewertet“ — trotz eines Kursrutsches von mehr als 40 Prozent gegenüber den bisherigen Höchstständen, ausgelöst durch die Auflösung kreditfinanzierter Positionen.

Gemessen am Schlusskurs vom 12. August wird SK Hynix demnach nur mit dem 3,2-Fachen des für 2027 geschätzten Gewinns je Aktie gehandelt. Der Speicherchip-Hersteller kommt einer Prognose zufolge 2027 auf einen operativen Gewinn von 389 Billionen Won — das 8,2-Fache des Niveaus von 2025. Aus Sicht von Kim ist diese Lücke zwischen erwartetem Gewinnwachstum und aktueller Bewertung noch kaum im Kurs eingepreist.

Rekordquartal in Sichtweite

Auch kurzfristig zeichnet sich ein Ergebnisschub ab. Für das dritte Quartal 2026 wird ein operativer Gewinn von 77 Billionen Won erwartet, ein Plus von 579 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei einer Marge von 78 Prozent. Getragen wird das Wachstum von langfristigen Lieferverträgen mit Hyperscalern, an die SK Hynix mehr als 60 Prozent seiner Produktion gebunden hat, während parallel die Speicherpreise steigen.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte zuletzt der Zweitlisting-Schritt in den USA. Die im Juli eingeführten American Depositary Receipts hatten SK Hynix zu 149 Dollar je Stück platziert und dabei rund 26,5 Milliarden Dollar eingenommen. Zum Schlusskurs vom 28. August notierten sie bei 161,04 Dollar — gut 8 Prozent über dem Ausgabepreis.

Mindestens sechs Brokerhäuser nahmen die Coverage mit kaufähnlichen Einstufungen auf, Rosenblatt Securities setzte mit 320 Dollar das höchste Kursziel. Bank of America verwies auf starke Bestellungen von US-Technologiekonzernen und die führende Marktposition bei hochwertigen HBM-Speicherchips.

Ganz ungetrübt ist das Bild allerdings nicht. Im jüngsten Quartalsbericht wies SK Hynix zwar einen Rekordgewinn aus, blieb wegen Lieferverzögerungen bei fortschrittlichen Speicherprodukten aber hinter den Erwartungen zurück — ein Punkt, der Zweifel am Tempo der KI-bezogenen Investitionen nährt.

Kospi bleibt nervös

An der Heimatbörse in Seoul zeigte sich die Aktie am Montag entsprechend volatil. Nach anfänglichen Verlusten von rund 2 Prozent — ausgelöst durch einen als falkenhaft gewerteten Auftritt von US-Notenbankchef Kevin Warsh in Jackson Hole — drehte der Titel im Handelsverlauf ins Plus und schloss gut 1 Prozent höher. Der Kospi selbst gilt wegen seiner Technologielastigkeit als besonders zinsreagibel und schwankt seit Wochen stark.

Die Diskrepanz zwischen kurzfristiger Nervosität an der Börse und der mittelfristig optimistischen Analystensicht bleibt damit bestehen. Für Kim ergibt sich aus der Kombination von steigenden Speicherpreisen, langfristig gebundener Produktion und einer historisch günstigen Bewertung Potenzial für eine Neubewertung — vorausgesetzt, die für 2027 erwarteten Gewinnsprünge bestätigen sich in den kommenden Quartalsberichten.