Die Aktie von SK Hynix ist am heutigen Freitag um 4,5 Prozent eingebrochen und notiert bei 1.653.000 Won. Ausgelöst wurde der Rückgang durch einen noch deutlicheren Kurssturz beim Rivalen Samsung Electronics, dessen Papiere um 8,7 Prozent nachgaben. Grund war Berichten zufolge die Nachricht, dass Apple begonnen habe, DRAM-Speicher des chinesischen Konkurrenten CXMT (ChangXin Memory Technologies) für seine Lieferkette zu qualifizieren.
Für die gesamte Speicherbranche ist das ein Warnsignal. CXMT hatte am heutigen Freitag erstmals Zahlen als börsennotiertes Unternehmen vorgelegt: Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn auf 77,6 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 11,6 Milliarden Dollar, bei einem Umsatzsprung von 874 Prozent.
Das Unternehmen führt den Anstieg auf die globale KI-Nachfrage und Engpässe bei DRAM-Speicher zurück – exakt jenen Trend, von dem auch SK Hynix und Samsung bislang profitiert haben. Dass nun ausgerechnet Apple als einer der größten Speicherkunden der Welt einen chinesischen Anbieter als Alternative prüft, nährt Sorgen vor mehr Wettbewerb im lukrativsten Segment der Branche.
Enttäuschung über Samsungs Ausschüttungspläne belastet zusätzlich
Neben der CXMT-Nachricht drückte laut Berichten auch Enttäuschung über die konkreten Aktionärsrendite-Vorgaben von Samsung auf die Stimmung im gesamten Sektor.
SK Hynix selbst hatte erst vor rund zwei Wochen ein Rückkaufprogramm über 40 Billionen Won mit sofortiger Einziehung der Aktien angekündigt – seither hatte sich das Papier um 9,9 Prozent verteuert. Der heutige Rücksetzer relativiert diesen Zugewinn, ändert aber nichts an der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung des Konzerns.
Neue Kooperationsfelder bei NAND und Advanced Packaging
Operativ arbeitet SK Hynix an mehreren Fronten parallel weiter. Konzernchef Kwak Noh-Jung bestätigte, das Unternehmen prüfe „sorgfältig“ eine tiefere Zusammenarbeit mit Kioxia Holdings, um gemeinsam den NAND-Flash-Markt weiterzuentwickeln. Feste Pläne für die indirekte Beteiligung an dem japanischen Unternehmen gebe es derzeit jedoch noch nicht.
Zudem feierte SK Hynix am heutigen Freitag offiziell den Spatenstich für seine Advanced-Packaging-Anlage in West Lafayette, Indiana – ein Projekt, das im Volumen von über 4 Milliarden Dollar Teil des vor gut drei Wochen kommunizierten Investitionsplans ist, der die Aktie seither um 16,2 Prozent nach oben getrieben hatte.
Die Fertigstellung der Reinraum-Anlage ist für Oktober 2028 terminiert, die Massenproduktion von HBM4E-Speicher soll im dritten Quartal 2029 anlaufen. Begleitend unterzeichnete das Unternehmen am Donnerstag eine Rahmenvereinbarung mit der Purdue University zur Einrichtung eines Forschungs-Testbeds für Advanced-Packaging-Technologien am neuen Standort.
Bewertung bleibt trotz Rücksetzer günstig
Der jüngste Kursrutsch dürfte an der grundlegenden Wachstumsstory wenig ändern. Erst Mitte August hatte SK Hynix für das zweite Quartal einen Umsatz von 79,32 Billionen Won gemeldet, ein Plus von 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer operativen Marge von 76 Prozent.
S&P Global Ratings hatte die langfristige Bonitätsnote des Unternehmens am 19. August auf „A-“ mit positivem Ausblick angehoben und dabei strukturelle Gewinnzuwächse durch den KI-getriebenen Speicher-Superzyklus als Begründung angeführt.
Auch von der Analystenseite kam zuletzt Rückenwind: Needham-Analyst Quinn Bolton erhöhte am Montag sein Kursziel auf 220 Dollar von zuvor 200 Dollar und bestätigte seine Kaufempfehlung nach der Ankündigung des Rekord-Rückkaufprogramms.
JPMorgan-Analyst Jay Kwon bekräftigte am selben Tag sein „Overweight“-Rating und geht davon aus, dass SK Hynix im kommenden Jahr über sein erweitertes Kapitalrückführungsprogramm bis zu 130 Milliarden Dollar an Aktionäre zurückgeben könnte.
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