Ein weltweiter Ausverkauf bei Halbleiterwerten hat die Aktie von SK Hynix am heutigen Dienstag schwer belastet. Das Papier verlor im Tagesverlauf 10 Prozent und fiel auf einen Kurs von 1.443.000,00 KRW.

Für Verunsicherung an den Märkten sorgten Berichte über technologische Fortschritte des chinesischen Speicherherstellers CXMT bei dichterer DRAM-Technologie sowie aufkommende Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Investitionen in künstliche Intelligenz. Zusätzlichen Druck auf die Branchenstimmung übten Äußerungen von Broadcom-Chef Hock Tan zur Finanzierung von KI-Projekten aus.

Wachsender Wettbewerb und Branchendiskussionen

Die Sorgen der Anleger speisen sich vor allem aus zwei Richtungen. Einerseits rückt die chinesische Konkurrenz näher an die etablierten Branchengrößen heran. Die Fortschritte von CXMT bei moderneren DRAM-Speichern wecken Befürchtungen vor einem mittelfristig schärferen Preis- und Verdrängungswettbewerb im Speichersegment.

Andererseits hinterfragen Marktteilnehmer zunehmend das Tempo und die Tragfähigkeit der globalen Ausgaben für KI-Infrastruktur. Vor allem die Finanzierbarkeit der enormen Summen, die Technologiekonzerne derzeit in den Ausbau von Rechenzentren und Speicherkapazitäten leiten, steht im Fokus. Wenn führende Branchenmanager wie Broadcom-CEO Hock Tan öffentlich Zurückhaltung bei den Finanzierungsstrukturen anmahnen, reagiert der Markt empfindlich.

Analysten halten an optimistischen Prognosen fest

Ungeachtet der aktuellen Marktschwäche trauen Marktbeobachter dem südkoreanischen Speicherhersteller im laufenden Geschäft weiterhin Rekordwerte zu. Hana Securities bekräftigte heute die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 3,6 Millionen KRW. Das Analysehaus rechnet für das dritte Quartal 2026 mit einem Umsatz von 99,2 Billionen KRW sowie einem operativen Gewinn von 77,9 Billionen KRW.

Ebenfalls am heutigen Dienstag bestätigte SK Securities die Einstufung „Buy“ und beließ das Kursziel bei 4 Millionen KRW. Die Analysten prognostizieren für das dritte Quartal 2026 sogar ein operatives Ergebnis von 79,74 Billionen KRW.

Auch Meritz Securities hatte am Montag das Kursziel leicht auf 3,2 Millionen KRW angehoben und die Erwartung eines operativen Gewinns von 80,1 Billionen KRW formuliert. Die Experten sehen das operative Kerngeschäft somit vorerst unbeeinträchtigt von den aktuellen Marktturbulenzen.

Pläne für US-Börsengang der Tochter Solidigm

Neben dem Tagesgeschehen blicken Anleger auf strategische Weichenstellungen im Konzern. Wie Bloomberg gestern berichtete, hat die US-Tochtergesellschaft Solidigm die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley als Konsortialführer für einen potenziellen Börsengang in den USA im kommenden Jahr mandatiert.

Die Emission könnte demnach ein Volumen von rund 10 Milliarden $ erreichen. SK Hynix stellte allerdings klar, dass bislang noch keine endgültige Entscheidung über einen Börsengang getroffen worden sei.

Zudem endete laut Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC bereits am 7. Oktober die 90-tägige Haltefrist für die Hinterlegungsscheine des Unternehmens in den USA. Dies könnte zwar grundsätzlich den Weg für weitere Ausgaben ebnen, ein entsprechender Schritt wurde von SK Hynix bislang jedoch nicht angekündigt.