SK Hynix will weitere amerikanische Chipfertigungsanlagen in sein Werk im chinesischen Dalian liefern lassen. Der Antrag steht im Zusammenhang mit den Plänen der US-Tochter Solidigm für eine neue NAND-Fabrik in den USA. Die Aktie gab in Seoul zuletzt rund 11 Prozent nach.
Mod B soll Ausrüstung erhalten
Konkret geht es um einen bislang ungenutzten Bereich des Werks, genannt Mod B. Die Fläche wurde 2023 fertiggestellt, die Ausstattung blieb nach dem Abschwung am Speichermarkt jedoch unvollständig. Solidigm beantragt dafür eine Exportlizenz. Im Werk kommen Anlagen von Lam Research, Applied Materials und KLA zum Einsatz.
Das Unternehmen betont, die Installation laufe in enger Abstimmung mit der US-Regierung und mit deren Genehmigung. Die Kapazität am Standort wolle man nicht ausweiten.
Hintergrund ist die globale Knappheit bei Speicherchips, die die Preise kräftig getrieben hat. NAND-Flash steckt in Solid-State-Drives für KI- und Cloud-Rechenzentren. Zusätzliche Produktion in China würde Solidigm nach Darstellung eines Insiders helfen, die geplante US-Fabrik zu finanzieren, und als Brücke zu mehr Fertigung im Inland dienen. Zudem erwägt Solidigm einen Börsengang, frühestens im kommenden Jahr, um die Investition zu stemmen.
Politisch bewegt sich SK Hynix auf schmalem Grat. Washington drängt ausländische Hersteller zu mehr Fertigung in den USA und beschränkt zugleich Ausrüstungsexporte nach China. Das Handelsministerium hat die Ausnahmen aufgehoben, mit denen SK Hynix und Samsung Electronics US-Anlagen für ihre chinesischen Werke ohne Einzellizenz beziehen konnten.
Chipwerte unter breitem Druck
Der Kursrückgang geht allerdings nicht auf die Meldung zurück. Der Kospi sackte um mehr als 7 Prozent ab, Samsung Electronics verlor gut 9 Prozent. Belastend wirkten Sorgen vor chinesischer Konkurrenz, nachdem CXMT Fortschritte bei einem DRAM-Design mit höherer Speicherdichte gemacht hat. Hinzu kamen die Warnung von Broadcom-Chef Hock Tan vor spekulativen KI-Investitionen und Finanzierungssorgen rund um CoreWeave.
Obendrein sorgte überraschend hohe US-Inflation für Zinsängste. Der Markt preist für die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober eine Zinserhöhung mit gut 31 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.
Den nächsten Impuls für die Branche liefert TSMC mit Zahlen noch am Donnerstag. Anleger erwarten das sechste Rekordquartal in Folge und einen zuversichtlichen Ausblick. Fällt er überzeugend aus, könnte er die Stimmung für Speicherwerte wie SK Hynix stützen.
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