Selten treffen so viele Impulse gleichzeitig ein. Am Dienstag meldete ein milliardenschwerer Technologiefonds Kaufpläne, die südkoreanische Regierung beschleunigte Genehmigungsverfahren für Chipausrüstung — und Goldman Sachs hob seine Gewinnprognose an. SK Hynix steht dabei im Mittelpunkt aller drei Entwicklungen.
Janus Henderson will einsteigen
Der 8,3 Milliarden Dollar schwere Global Technology Leaders Fund von Janus Henderson plant, SK Hynix in sein Portfolio aufzunehmen. Fondsmanager Richard Clode begründet das mit der Marktstellung des Unternehmens im Segment der High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM): SK Hynix dominiert diesen Markt, und ab 2026 laufen mehrjährige Lieferverträge in ihre Neuverhandlungsphase — zu deutlich höheren Preisen. Clode erwartet dadurch ein „überproportionales Gewinnwachstum“.
Die Logik dahinter ist simpel: Die gesamte HBM-Kapazität für 2026 ist bereits ausverkauft. Einige Kunden haben Berichten zufolge volle Anzahlungen geleistet, um sich Produktionskapazitäten zu sichern. In einem solchen Verkäufermarkt diktiert SK Hynix die Konditionen.
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Seoul verkürzt Genehmigungszeiten drastisch
Das südkoreanische Wirtschaftsministerium beschloss am Dienstag in einer Kabinettssitzung, die Genehmigungsverfahren für EUV-Lithografiesysteme erheblich zu vereinfachen. Bisher dauerten Inspektionen bei der Einführung solcher Anlagen 34 Tage — künftig sollen es nur noch 9 Tage sein. Außerdem sinken die Kosten für Druckfestigkeits- und Dichtigkeitsprüfungen durch ausländische Prüfstellen um rund 500 Millionen Koreanische Won pro Einheit.
Für SK Hynix bedeutet das: Der Aufbau neuer Produktionskapazitäten geht schneller. Angesichts einer Versorgungslücke, die Unternehmenschef Chey Tae-won bis mindestens 2030 andauern sieht, ist jede Beschleunigung relevant. Marktforscher Gartner erwartet keine spürbare Preiskorrektur vor Ende 2027.
Goldman Sachs und die Rekordzahlen
Goldman Sachs erhöhte seine Betriebsgewinnprognose für SK Hynix für 2028 um 24 Prozent — mit anhaltend starker KI-Nachfrage als zentralem Argument. Die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 liefern die Grundlage dafür: Der Umsatz stieg auf 52,58 Billionen Won, ein Plus von 198 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn legte auf 37,61 Billionen Won zu — ein Anstieg von 405 Prozent. Die operative Marge erreichte 72 Prozent.
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Billionen-Bewertung, aber günstige Kennzahlen
SK Hynix überschritt diese Woche erstmals die Marktkapitalisierungsgrenze von einer Billion Dollar und gehört damit zu den 13 wertvollsten Unternehmen der Welt. Die Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 249 Prozent zugelegt.
Trotz dieser Rally liegt das Forward-KGV bei etwa dem Siebenfachen — weit unter dem 27-Fachen des Philadelphia Semiconductor Index und dem Zehnfachen von Micron. Wer auf eine Überbewertung nach dem Kursanstieg wartet, findet sie in den Kennzahlen bislang nicht.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 plant SK Hynix die Auslieferung erster HBM4E-Muster, die Massenproduktion soll 2027 anlaufen — der nächste Produktzyklus, der die Marktführerschaft in der KI-Chip-Infrastruktur absichern soll.
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