SK Hynix hat am heutigen Freitag Berichte über den Bau eines Speicherchipwerks in der japanischen Präfektur Miyagi offiziell zurückgewiesen. In einer Antwort auf eine Klarstellungsanfrage der Korea Exchange erklärte das Unternehmen, es sei „noch nichts entschieden“ und man prüfe lediglich Optionen für zusätzliche Produktionsstandorte.
Eine weitere Offenlegung solle bei Finalisierung oder spätestens innerhalb eines Monats erfolgen. Trotz des Dementis reagierte die Aktie kaum verunsichert und legte im Handel um 2,3 Prozent auf 1.730.000 Won zu, nachdem sie am Donnerstag bei 1.691.000 Won geschlossen hatte.
Die Gerüchte um Miyagi hatten sich in den vergangenen Tagen verdichtet. Konzernchef Chey Tae-won besuchte die Region persönlich, was von mehreren Medien als Signal für eine bevorstehende Standortentscheidung gewertet wurde.
Berichten zufolge stünde eine Investition in Höhe von „zig Billionen Won“ im Raum – es wäre die erste große Halbleiter-Investition eines koreanischen Herstellers in Japan überhaupt.
Chey hatte Japan bereits im Juni als möglichen Standort erwähnt, und Nikkei berichtete schon im Februar über eine mögliche Fab in der Region. SK Hynix betont jedoch, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine bestätigten Pläne existieren.
Expansion an mehreren Fronten gleichzeitig
Die Japan-Frage ist nur ein Baustein einer deutlich breiteren Expansionsstrategie. Parallel treibt SK Hynix eine mögliche Front-End-Fab in den USA voran und baut in Indiana eine Packaging-Anlage für 3,87 Milliarden Dollar, deren Bau am 27. August beginnen und die im zweiten Quartal 2028 den Betrieb aufnehmen soll.
Bereits Anfang August hatte der Konzern eine Investition von gut 35,2 Billionen Won in eine zweite Fab im südkoreanischen Yongin angekündigt, zusammen mit dem Standort Cheongju summieren sich die dortigen Investitionen laut Berichten auf mehr als 54 Billionen Won.
Zusätzlich planen SK Hynix und Samsung gemeinsam mindestens zwei weitere Fabs in der südwestkoreanischen Region Honam, sodass dort bis 2040 mindestens sechs Werke entstehen sollen – ein Ausbau, der laut Berichten einen zusätzlichen Strombedarf von 26,8 Gigawatt erzeugen und rein rechnerisch rund 19 neue Kernreaktoren erfordern würde.
Diese Investitionswelle folgt auf ein Jahr des Kapitalrückgaben-Fokus: Vor gut einer Woche hatte SK Hynix einen Aktienrückkauf über 40 Billionen Won sowie die Rückgabe von mehr als der Hälfte des freien Cashflows über drei Jahre angekündigt, seither hat die Aktie rund 15 Prozent zugelegt.
Am heutigen Handelstag setzt sich diese Erholung fort, wenngleich der Kurs mit einem Abstand von 42 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won noch deutlich unter seinem Rekordniveau vom Juni notiert.
Anleger zwischen Wachstumsfantasie und Finanzierungsfragen
Am Donnerstag traf Präsident Lee Jae-myung SK-Chef Chey Tae-won privat, wie Yonhap Infomax berichtete – am selben Tag, an dem sich SK Hynix mit der Belegschaft auf eine Lohnerhöhung von 6,3 Prozent sowie eine zu 60 Prozent in Aktien ausgezahlte Prämie geeinigt hatte. Themen des Treffens sollen unter anderem der geplante Solidigm-Börsengang an der Nasdaq sowie US-Investitionsforderungen gewesen sein.
Nicht alle Stimmen sind ungeteilt optimistisch: Ein Analyst von Seeking Alpha verwies darauf, dass SK Hynix im Juli über die Nasdaq Anleihen im Volumen von umgerechnet knapp 39,9 Billionen Won platziert hatte, bevor der Vorstand nur 40 Tage später den Aktienrückkauf über 40 Billionen Won beschloss – ein Vorgehen, das er als wenig überzeugend bewertete, zumal der Markt derzeit stärker auf die Anleihenverkäufe als auf die Rückkaufzusage blicke.
Angesichts mittelfristig geplanter Investitionen von rund 1.100 Billionen Won bleibt die Finanzierungsfrage für Anleger zentral, selbst wenn KB Securities die KI-getriebene Speicherchip-Nachfrage bis 2028 als ausgebucht einschätzt.
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