Starke Fundamentaldaten, schwache Kurse — bei SK Hynix klaffen Realität und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Der südkoreanische Speicherchip-Gigant verlor am Freitag fast zehn Prozent an Wert. Das beendete eine ohnehin schwache Woche mit einem Minus von gut elf Prozent. Dabei hatte das Management kurz zuvor noch massive Expansionspläne und einen strategischen Erfolg bei Nvidia verkündet.

Makro-Sorgen belasten den Sektor

Der abrupte Kursrutsch auf 2.070.000 südkoreanische Won geht primär auf externe Faktoren zurück. Ein enttäuschender Ausblick des US-Konkurrenten Broadcom zog den gesamten Halbleitersektor nach unten. Das Unternehmen verfehlte mit seiner Umsatzprognose für den KI-Bereich die Markterwartungen um über eine Milliarde US-Dollar.

Parallel dazu befeuerte ein starker US-Arbeitsmarktbericht neue Zinssorgen. Die Angst vor einer weiteren Zinsanhebung der US-Notenbank drückte den KOSPI-Index um über fünf Prozent ins Minus. SK Hynix gehörte dabei zu den größten Verlierern des Tages.

Nvidia-Zertifizierung und Milliarden-Ausbau

Operativ läuft es indes auf Hochtouren. Nvidia-Chef Jensen Huang zertifizierte die Südkoreaner offiziell als Lieferanten für die kommende Vera-Rubin-Plattform. SK Hynix liefert dafür die neuen HBM4-Speicherchips. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Konzern seinen dominanten Marktanteil von deutlich über 50 Prozent auch bei der neuen Generation verteidigen wird.

Um die explodierende KI-Nachfrage zu bedienen, verdoppelt das Unternehmen bis 2030 nahezu seine DRAM-Produktion. Ziel ist ein Output von rund einer Million Wafern pro Monat. Ein zentraler Baustein dafür ist der neue Yongin-Cluster, dessen erste Fabrik Anfang 2027 mit der Ausrüstungsinstallation beginnt.

US-Börsengang im Visier

Zur Finanzierung dieser massiven Infrastrukturprojekte plant das Management für das zweite Halbjahr 2026 ein US-Listing. Über sogenannte American Depositary Receipts (ADR) will SK Hynix bis zu 14 Milliarden US-Dollar einsammeln. Das öffnet die Tür für amerikanische institutionelle Investoren.

Der jüngste Rücksetzer ändert wenig am langfristigen Aufwärtstrend. Seit Jahresanfang steht noch immer ein sattes Plus von rund 205 Prozent auf der Anzeigetafel. Mit einem Abstand von 42 Prozent zur 50-Tage-Linie hat die Aktie nun ihre extrem überkaufte Zone verlassen und konsolidiert auf hohem Niveau.