SK Hynix hat gerade eines der größten Aktienrückkaufprogramme der Firmengeschichte angekündigt. Jetzt legt JPMorgan nach: Die Bank sieht Spielraum für zusätzliche Ausschüttungen von mindestens 130 Milliarden Dollar bis 2027. Der Markt reagiert bereits deutlich.
Die Aktie des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers schloss am Freitag bei 1.730.000 Won, ein Plus von 2,3 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 5,2 Prozent zu Buche. Zum Vergleich: Über die vergangenen 30 Tage liegt das Papier noch immer 5,5 Prozent im Minus.
Die Rückkauf-Ankündigung als Auslöser
Am Mittwoch hatte SK Hynix einen Rückkauf im Volumen von 40 Billionen Won angekündigt, umgerechnet rund 29 Milliarden Dollar. Zwischen dem 20. August und dem 19. November will der Konzern bis zu 24 Millionen eigene Aktien zurückkaufen und anschließend einziehen.
Entscheidender als das Volumen ist für JPMorgan-Analyst Jay Kwon aber ein anderer Punkt: SK Hynix hebt die Obergrenze für Ausschüttungen an. Künftig fließt mehr als die Hälfte des kumulierten freien Cashflows zwischen 2025 und 2027 an die Aktionäre zurück. Bisher lag die Zusage bei „bis zu 50 Prozent“. Nach Berechnungen von Bloomberg entspricht die neue Zusage einem Gegenwert von etwa 170 Milliarden Dollar.
Warum die Aktie zuvor abgestürzt war
Der Rückkauf kommt nicht ohne Grund. SK Hynix will damit den Kurs stabilisieren, nachdem die Aktie binnen zwei Monaten mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren hatte. Selbst nach der jüngsten Erholung notiert das Papier noch 42 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, erreicht am 25. Juni.
Citi-Analyst Peter Lee sieht im Rückkauf mehr als eine reine Kurspflege-Maßnahme. Das Programm dürfte „eine bedeutsame Kursuntergrenze bilden und kurzfristig spürbaren Abwärtsschutz liefern“, so Lee. Zugleich spiegele die Entscheidung das Vertrauen des Managements in die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten wider – trotz aktueller Gegenwinde im Speicherchip-Sektor.
Rally erfasst den gesamten Sektor
Die Ankündigung löste am Donnerstag eine breite Rally an den koreanischen und asiatischen Technologiebörsen aus. SK Hynix selbst legte in Seoul um mehr als 12 Prozent zu. Samsung Electronics gewann 8,69 Prozent, Kakao stieg um 4,41 Prozent.
Die Dynamik setzte sich am Freitag in den USA fort. Im vorbörslichen Handel gewann SK Hynix mehr als 2 Prozent, während Nasdaq- und S&P-500-Futures ebenfalls anzogen und Chip-Werte insgesamt gefragt waren.
Was die Ausschüttungszusage über die Zukunft verrät
Die erweiterte Cashflow-Zusage bis 2027 ist mehr als eine Geste an Aktionäre. Sie signalisiert, dass das Management den aktuellen Gewinnschub durch die KI-Speichernachfrage für nachhaltig hält – nicht für ein Strohfeuer dieses Jahres. Genau darauf stützt JPMorgan seine Prognose für weitere Kapitalrückführungen oberhalb des bereits laufenden Programms.
Ganz ohne Risiko ist die Wette allerdings nicht. Der RSI von 51,0 zeigt eine neutrale Marktlage, doch die annualisierte Volatilität von 145 Prozent über die vergangenen 30 Tage bleibt außergewöhnlich hoch. Die Aktie reagiert damit weiterhin empfindlich auf jede neue Nachricht zum Speicherchip-Zyklus – und auf weitere Kapitalrückführungen, die JPMorgan für die kommenden Monate für möglich hält.
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