SK Hynix profitiert weiter massiv vom KI-Hunger der großen Tech-Konzerne. Der Engpass bei Hochleistungsspeichern wird für den südkoreanischen Chipkonzern zunehmend zum Kurstreiber. Jetzt legt KB Securities mit einem neuen Spitzenkursziel nach — und verschärft damit die Debatte um die Bewertung.
Am Freitag schloss die Aktie bei 2.333.000 KRW und gewann damit 1,92 Prozent. Das war zugleich ein neues 52-Wochen-Hoch. In den vergangenen sieben Tagen stieg der Kurs um 20,20 Prozent, auf 30-Tage-Sicht um 80,43 Prozent und seit Jahresanfang um 244,61 Prozent.
HBM-Knappheit treibt die Fantasie
KB Securities hat das Kursziel am 29. Mai von 3,0 auf 3,8 Millionen KRW angehoben. Das Institut bleibt bei seiner Kaufempfehlung und setzt damit den höchsten Zielwert am Markt. Die Anhebung entspricht einem Sprung um 26,6 Prozent.
Der zentrale Punkt ist die Versorgungslage bei High-Bandwidth Memory, kurz HBM. Diese Speicherchips sind ein kritischer Baustein für KI-Rechenzentren. KB Securities erwartet, dass die Preise im kommenden Jahr auf Jahressicht mehr als doppelt so hoch liegen könnten.
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Noch wichtiger ist der Nachfrageüberhang. Laut KB Securities liegt die Erfüllungsquote der Kundennachfrage derzeit nur bei etwa 50 Prozent. Der Engpass dürfte nach Einschätzung des Hauses mindestens bis 2028 anhalten.
Das erklärt, warum die Gewinnschätzungen so stark steigen. KB Securities hebt die operative Gewinnprognose für 2027 auf 454 Billionen KRW an. Research-Chef Kim Dong-won beschreibt den Speicherzyklus sinngemäß als Marathon, bei dem die Branche gerade erst die Fünf-Kilometer-Marke passiert habe.
Samsung rückt näher
Die Rally verändert auch das Kräfteverhältnis am südkoreanischen Aktienmarkt. Samsung Electronics war lange die unangefochtene Nummer eins nach Börsenwert. SK Hynix hat den Abstand nun so stark verkleinert wie nie zuvor.
Auf Basis der Schlusskurse vom 28. Mai kam SK Hynix laut Korea CXO Institute auf 93,2 Prozent der Samsung-Bewertung. Die Lücke zwischen beiden Konzernen schrumpfte damit auf 6,8 Prozent beziehungsweise rund 119,5 Billionen KRW.
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Am Freitag weitete sich der Abstand wieder auf etwa 190 Billionen KRW aus. Grund war ein Kurssprung von Samsung um 5,84 Prozent. Der Trend bleibt trotzdem bemerkenswert: Der Markt bewertet SK Hynix immer stärker als direkten Gewinner des KI-Infrastrukturbooms.
Konzentration im KOSPI steigt
Die letzten Handelstage im Mai zeigen, wie stark die Dynamik inzwischen geworden ist. Bereits am Mittwoch sprang SK Hynix um 9,31 Prozent, am Donnerstag folgte ein weiteres Plus von 2,05 Prozent. Der Freitag bestätigte diese Bewegung.
Damit wächst auch das Gewicht der Speicherchip-Konzerne im koreanischen Leitindex KOSPI. Samsung Electronics und SK Hynix stehen gemeinsam für einen Rekordanteil. Das macht den Index stärker abhängig vom KI-Zyklus und von der Preisentwicklung im Speichermarkt.
Kurzfristig spricht der Kursverlauf für intakte Nachfragefantasie, technisch ist die Aktie nach der steilen Bewegung aber weit gelaufen. Der nächste Prüfstein liegt weniger in einzelnen Tageskursen als in der Frage, ob die HBM-Preise und Lieferengpässe die hohen Gewinnerwartungen bis 2027 weiter stützen.
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