Die Diskussion über die Zukunft der Speichertochter Solidigm sorgt für Unruhe im Umfeld von SK Hynix. Während Spekulationen über ein milliardenschweres US-Börsendebüt die Runde machen, wehrt sich das Management des südkoreanischen Halbleiterkonzerns gegen voreilige Schlüsse und betont, dass formell noch keine Weichen gestellt sind. Gleichzeitig formiert sich unter heimischen Kleinaktionären spürbarer Widerstand gegen eine mögliche Notierung im Ausland.
Auslöser der Debatte waren Berichte der Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag, wonach Solidigm die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley als Konsortialführer mandatiert haben soll. Ein möglicher Börsengang in den USA im kommenden Jahr könnte demnach ein Volumen von rund 10 Milliarden US-Dollar erreichen.
SK Hynix stellte daraufhin klar, dass bislang keinerlei Beschluss über einen Börsengang von Solidigm gefasst worden sei. Stattdessen prüfe das Unternehmen weiterhin Optionen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Tochtergesellschaft zu stärken.
Widerstand von Kleinaktionären wächst
Die Spekulationen über eine Notierung an der Nasdaq stoßen am Heimatmarkt auf Skepsis. Die südkoreanische Minderheitsaktionärsplattform Act bereitet eine formelle Anfrage an die Börse Korea Exchange vor. Dabei geht es um die Frage, ob die bestehenden Richtlinien gegen Doppelnotierungen auch dann Anwendung finden, wenn eine Konzerntochter an einem ausländischen Handelsplatz gelistet wird. Kleinanleger befürchten bei separaten Börsengängen wichtiger Geschäftsbereiche häufig Bewertungsabschläge bei der Muttergesellschaft.
Das Thema Doppelnotierung ist am südkoreanischen Kapitalmarkt seit Jahren umstritten, da Investoren eine Verwässerung ihrer Anteile fürchten, wenn wachstumsstarke Firmenteile eigenständig Kapital aufnehmen. Die Initiative von Act zielt darauf ab, verbindliche Vorgaben der Börsenaufsicht einzufordern, bevor konkrete Schritte eingeleitet werden können.
Umweltprüfung am Standort Icheon
Neben der Diskussion um die Konzernstruktur rücken behördliche Vorgaben im Heimatland in den Fokus. Die Provinz Gyeonggi gab am Mittwoch bekannt, dass Wasseruntersuchungen im Jukdang-Bach erhöhte Konzentrationen von Chlorid und Sulfat ergeben haben.
Das Gewässer nimmt gereinigtes Abwasser aus der zentralen Halbleiterfabrik von SK Hynix in Icheon auf. Die Provinzverwaltung kündigte an, das zuständige Ministerium um die Festlegung verbindlicher Einleitgrenzwerte zu bitten.
Parallel dazu treibt der Konzern seine langfristige Standortstrategie voran. SK Group Chairman Chey Tae-won erklärte, SK Hynix beabsichtige, so schnell wie möglich ein neues Halbleitercluster in der Region Gwangju zu errichten, nannte dabei jedoch noch keinen Termin für den Baubeginn. Für die Konzernführung gilt es, diesen Ausbau mit den regulatorischen Umweltvorgaben und den Interessen der Aktionärsbasis in Einklang zu bringen.
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