Ein Wochenende in Shanghai reicht, um die Stimmung am südkoreanischen Speichermarkt zu drehen. Der chinesische Hersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) meldet Fortschritte bei einer neuen DRAM-Bauweise. SK Hynix verlor am Montag gut 3 Prozent und notierte zeitweise bei rund 1,62 Millionen Won.
Was CXMT vorgestellt hat
CXMT-Präsident Cao Kanyu sprach auf einer Branchenveranstaltung von Schlüsselfortschritten bei einer sogenannten 4F²-Zellstruktur. Sie soll mehr Speicherzellen auf einem Chip unterbringen und so Kapazität und Effizienz erhöhen. Marktüblich ist heute die 6F²-Architektur.
Die Chinesen setzen dafür auf einen eigenen Transistor mit vertikalem Gate, der Leckströme verringern und die Fläche je Zelle schrumpfen lassen soll. Bis Ende 2026 will CXMT eine neue Generation von DDR5-Servermodulen auf Basis der Technik einführen.
Konkrete technische Daten und einen Starttermin nannte das Unternehmen nicht. Ob die Ankündigung kommerziell relevant wird, hängt also davon ab, ob CXMT die Serverkunden bei Zuverlässigkeit und Kompatibilität überzeugt.
Rückenwind fehlt auch aus anderen Richtungen
Die 4F²-Technik ist für SK Hynix kein Neuland. Das Unternehmen stellte 2025 eine eigene Roadmap vor, Samsung peilt Berichten zufolge die Serienfertigung von DRAM unter 10 Nanometern mit dem Design bis 2028 an. Neu ist, dass CXMT den Abstand offenbar verkürzt.
Der Markt reagierte empfindlich, weil CXMT seit Langem als Risiko gilt. Mehr Produktion aus China könnte die durch den KI-Boom knappen Speicherangebote entspannen. Samsung gab am Montag ähnlich stark nach.
Hinzu kam das Umfeld. Nach einem langen Feiertagswochenende holte Seoul die Verluste der Regionalbörsen nach, der KOSPI fiel um rund 3 Prozent. Der Philadelphia Semiconductor Index hatte zuvor deutlich nachgegeben, außerdem belasteten steigende US-Anleiherenditen und geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die den Ölpreis schwanken ließen.
Auffällig bleibt die Schwäche trotz guter Nachrichten: Samsung hatte vergangene Woche Rekordgewinne für das abgelaufene Quartal in Aussicht gestellt, getragen von der hohen KI-Nachfrage nach Speicherchips. SK Hynix gehörte am Montag zu den größten Gewichten im Index und damit zu den Haupttreibern des Rückgangs. Konkrete Hinweise auf eine Veränderung der Nachfrage gab es nicht, der Druck kam aus Wettbewerb und Makroumfeld.
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