Die Nachfrage nach KI-Speicherchips sprengt historische Dimensionen. Globale Technologiekonzerne bieten SK Hynix an, neue Produktionslinien komplett zu bezahlen. Sie wollen sich so dringend benötigte Halbleiter sichern. Die Aktie reagiert mit einem massiven Kurssprung.
Kursrally und Analystenlob
Am Montag kletterte das Papier um 11,5 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 1.880.000 Südkoreanischen Won. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 178 Prozent auf der Kurstafel.
Parallel dazu heben Analysten ihre Ziele an. LS Securities sieht den fairen Wert nun bei 2,1 Millionen Won. UBS schraubte die Gewinnprognosen für die kommenden Jahre drastisch nach oben. Die Experten verweisen auf einen Superzyklus im Speichermarkt. Einen solchen Boom gab es seit fast 30 Jahren nicht mehr.
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Leere Lager, volle Kassen
Die verfügbare Produktionskapazität liegt aktuell praktisch bei null. Das treibt die Kunden zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Marktkreise berichten, dass Großkunden sogar die extrem teuren EUV-Lithografiesysteme von ASML mitfinanzieren wollen. Ein konkretes Angebot bezieht sich auf das neue Werk im südkoreanischen Yongin. Normalerweise zahlen Chiphersteller ihre Expansion selbst.
Die Folge: astronomische Margen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 198 Prozent auf 52,6 Billionen Won. Der operative Gewinn vervielfachte sich. Am Ende blieb eine operative Marge von 72 Prozent.
Goldman Sachs erwartet für 2026 die schwerste Unterversorgung seit 15 Jahren. SK-Group-Chef Chey Tae-won warnt vor Engpässen bis ins Jahr 2030.
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Trotzdem zögert das Management bei den Finanzierungsangeboten der Kunden. Solche Deals binden den Chiphersteller an bestimmte Käufer. Das Unternehmen müsste im Gegenzug wahrscheinlich Preisnachlässe gewähren. SK Hynix will sich diese Flexibilität im aktuellen Hochpreismarkt erhalten.
Der Blick auf die Konkurrenz
Um die Nachfrage zu bedienen, drückt der Konzern aufs Tempo. Die Pilotproduktion in der neuen M15X-Fabrik startet im Mai 2026. Das sind zwei Monate früher als geplant. Hier sollen monatlich bis zu 60.000 Wafer vom Band laufen.
Die Konkurrenz schläft indes nicht. Samsung hat sich die Qualifikation für Nvidias neue Vera-Rubin-Plattform gesichert. Die Ausbeute bei der neuesten Speichergeneration hinkt bei Samsung zwar noch hinterher. Erreicht der Rivale in der zweiten Jahreshälfte 2026 jedoch die Massenproduktion, drohen SK Hynix Marktanteilsverluste. Der eigene Anteil am Markt für Hochleistungsspeicher könnte dann auf knapp die Hälfte schrumpfen.
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