Nach einem historischen Ausverkauf in Seoul folgte binnen weniger Handelstage eine ebenso heftige Gegenbewegung, angetrieben von der New Yorker Notierung des Speicherchip-Herstellers und einer optimistischen Ersteinschätzung von Barclays.
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 2.082.000 Won, ein Plus von 8,83 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 1.913.000 Won. Auf Sicht von sieben Tagen steht damit ein moderates Plus von 0,29 Prozent zu Buche, während der 30-Tage-Zeitraum mit minus 9,00 Prozent noch die Nachwirkungen des jüngsten Einbruchs zeigt. Seit Jahresbeginn liegt der Titel dennoch mit 208,15 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, erreicht am 25. Juni 2026, beträgt der Abstand aktuell 30,30 Prozent. Der Kurs notiert damit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 2.181.404,51 Won, eine Differenz von 4,56 Prozent, während der 100-Tage-Durchschnitt bei 1.599.778,34 Won liegt. Der RSI von 45,7 signalisiert eine neutrale Marktverfassung, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 126,21 Prozent unterstreicht die ungewöhnlich starken Ausschläge der vergangenen Wochen. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 826,78 Milliarden Euro.
Nasdaq-Debüt löst Achterbahnfahrt aus
Auslöser der jüngsten Turbulenzen war das Nasdaq-Debüt der SK-Hynix-Hinterlegungsscheine am 10. Juli, bei dem das Unternehmen 26,5 Milliarden Dollar einsammelte, die nach eigenen Angaben zweitgrößte US-Aktienemission nach SpaceX. Bereits am 13. Juli hatte die Aktie in Seoul um mehr als 15 Prozent nachgegeben, nachdem Korea Investment & Securities die Prognose für den operativen Gewinn im zweiten Quartal auf rund 60,4 Billionen Won gesenkt hatte, acht Prozent unter Konsens. Die Kospi-Notierung wurde damals für 20 Minuten ausgesetzt. Vom Hoch war der Kurs bis auf 1,68 Millionen Won gefallen, ein Rückgang von 43,8 Prozent.
Am 14. Juli kehrte sich das Bild um: Die ADR sprang um 27,29 Prozent auf 193,92 Dollar, nachdem Barclays die Hinterlegungsscheine unter dem Kürzel SKHY mit einem Kursziel von 330 Dollar und dem Rating Overweight aufgenommen hatte. Analyst Simon Coles begründet das mit einer sich bis mindestens 2027 verschärfenden und bis 2028 angespannt bleibenden Versorgungslücke bei Speicherchips. Bis Ende 2027 könnte SK Hynix demnach Barmittel von mehr als 40 Prozent der Marktkapitalisierung halten, was Aktienrückkäufe ermöglichen würde. Zusätzlichen Schub gaben der Start von Optionen- und Hebel-ETF-Handel auf die ADR sowie kühlere US-Inflationsdaten für Juni, die mit 3,5 Prozent unter den Erwartungen von 3,8 Prozent lagen.
Die ADR notiert inzwischen deutlich über dem Kurs der Stammaktie in Seoul. Nach Berechnungen von Chosunbiz entsprach der Schlusskurs von 193,92 Dollar am 14. Juli umgerechnet rund 2.887.000 Won je Stammaktie, ein Aufschlag von 51,15 Prozent gegenüber dem Seoul-Schluss von 1,91 Millionen Won. Als Grund gelten der auf rund 2,5 Prozent der Aktien begrenzte ADR-Freefloat und eine Obergrenze für die Umwandlung von Stamm- in Hinterlegungsscheine. Allein am Notierungstag kauften rund 84.000 koreanische Anleger ADRs im Wert von 338,9 Milliarden Won.
Analysten uneins über Reichweite der Rallye
Die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung gehen auseinander. KB Securities bestätigte trotz eines Kursrückgangs von 36 Prozent gegenüber dem Hoch ihr Kursziel von 4,2 Millionen Won und verweist auf eine bis mindestens 2028 anhaltende Angebotsknappheit bei Speicherchips. Meritz-Analyst Kim Sunwoo rechnet damit, dass DRAM-Anbieter derzeit nur 75 bis 80 Prozent der Nachfrage decken können, eine Quote, die 2027 auf 60 Prozent fallen könnte. HSBC verweist auf mehrjährige Lieferverträge, die die Ertragssichtbarkeit verbessern. Goldman Sachs ordnet den vorangegangenen Ausverkauf als durch die Auflösung von Hebel-ETF-Positionen verstärkt ein, sieht den zugrunde liegenden Zyklus aber als robust an. Konzernchef Kwak Noh-jung erwartet für 2027 den bislang schwersten Versorgungsengpass der Firmengeschichte. Vorsichtigere Stimmen verweisen auf das langsamer als erwartet anlaufende HBM4-Geschäft und darauf, dass langfristige Lieferverträge den Nutzen aus kurzfristigen Preissprüngen begrenzen könnten. Die Ergebnisse für das zweite Quartal sind für Ende Juli angekündigt und dürften zeigen, wie belastbar die optimistischen Prognosen sind.
Politik greift bei Hebel-ETFs ein
Die heftigen Kursausschläge haben inzwischen auch die Politik auf den Plan gerufen. Präsident Lee Jae-myung forderte am Mittwoch rasche Nachbesserungen bei Hebel-ETFs auf Samsung Electronics und SK Hynix, nachdem ein 2-fach gehebeltes SK-Hynix-Produkt binnen eines Monats mehr als 40 Prozent verloren hatte. Der Chef der Finanzaufsicht FSS, Lee Chan-jin, übernahm dafür Verantwortung. Die koreanische Vereinigung der Finanzinvestoren einigte sich mit den zehn größten Brokerhäusern darauf, die Mindesteinlage für solche Produkte von 10 Millionen auf 50 Millionen Won zu verfünffachen und Rebalancing-Trades stärker zu strecken. Lee bezeichnete den Gesamtmarkt nach dem jüngsten Auf und Ab als instabil und mahnte, dieser benötige Zeit zur Stabilisierung.
SK Hynix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SK Hynix-Analyse vom 15. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SK Hynix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SK Hynix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SK Hynix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

