Innerhalb weniger Stunden haben mehrere Großbanken ihre Kursziele für SK Hynix drastisch nach oben geschraubt. Allen voran die hauseigene SK Securities: Sie nennt nun 4 Millionen Won als neues Kursziel – ein Wert, der den aktuellen Kurs von knapp 2,36 Millionen Won um fast 70 Prozent übertrifft. Das koreanische Unternehmen profitiert von einem strukturellen Wandel in der Bewertung von Speicherchip-Herstellern.
Abschied vom Buchwert
Lange galt das Kurs-Buchwert-Verhältnis als Maß der Dinge für Halbleiteraktien. Das ändert sich gerade grundlegend. Goldman Sachs setzt nun auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis und hob das Ziel für SK Hynix auf 3,5 Millionen Won an. Die Begründung: Angebotsengpässe bei DRAM, NAND und High-Bandwidth-Speicher (HBM) werden mindestens bis 2028 anhalten.
Goldman rechnet vor: Der kombinierte operative Gewinn von Samsung und SK Hynix soll bis 2028 auf über 1.000 Billionen Won steigen. Für SK Hynix allein prognostiziert die Bank 454 Billionen Won – Ausdruck einer „Higher-for-Longer“-Phase bei Speicherpreisen.
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HBM: Das Zugpferd
Analyst Han Dong-hee von SK Securities verweist auf langfristige Lieferverträge als Treiber. Die Erwartung: HBM-Preise steigen 2027 um mehr als 50 Prozent. Der sogenannte Dual-Market-Effekt – knappe Hochleistungskomponenten und Standard-Speicher gleichzeitig – soll den operativen Gewinn 2026 auf 272 Billionen und 2027 auf 423 Billionen Won hieven.
SK Hynix hält rund 57 Prozent des weltweiten HBM-Umsatzes und 62 Prozent der Liefermengen. Berichten zufolge hat das Unternehmen bereits zwei Drittel der Nvidia-HBM-Bestellungen für die kommende Rubin-Plattform sicher.
Die Aktie notiert mit einem Plus von 1,29 Prozent bei 2.363.000 Won – neuem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs 249 Prozent. Der RSI liegt bei knapp 69, die Volatilität bei 78 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös auf die nächste Reaktion schauen.
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Zwischenfall ohne Folgen
Am Morgen des 1. Juni gab es einen kleineren Vorfall im Cheongju-Komplex. Ein Brand in einem Gasraum zwischen den Fabriken M15 und M15X wurde um 10:32 Uhr Ortszeit von der Sprinkleranlage gelöscht. Nach einem Fluorwasserstoff-Leck von 5 ppm evakuierten 3.600 Mitarbeiter, die Anlagen waren aber um 13:38 Uhr wieder in Betrieb. Produktionsausfälle gab es nicht.
Susquehanna bleibt mit 2,5 Millionen Won vorsichtiger und sieht angesichts der Kapazitätsgrenzen nur begrenztes Kurspotenzial im Vergleich zu Wettbewerbern.
Ausblick: Rekordexporte und höhere Renditen
Anleger blicken auf die zweite Jahreshälfte 2026. Dann dürften die Aktionärsrenditen steigen – die Cashflows des Unternehmens wachsen parallel zu den Rekordexporten Südkoreas. Die Gesamtausfuhren erreichten im Mai 2026 mit 87,8 Milliarden Dollar ein Allzeithoch, ein Plus von 53 Prozent im Jahresvergleich. Der KOSPI notierte ebenfalls auf Rekordniveau bei 8.788 Punkten. Die Dynamik im Technologiesektor untermauert die aktuellen Bewertungsaufschläge.
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