Zwei Nachrichten prägen den Start in die neue Handelswoche für SK Hynix – und sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Während der Aktienkurs in Seoul kräftig nachgibt, kursieren gleichzeitig Berichte über einen möglichen Milliarden-Börsengang der US-Tochter Solidigm.
Der Kospi in Seoul rutscht deutlich ab, SK Hynix und Samsung Electronics verlieren als Schwergewichte des Index je rund 4,5 Prozent. Auslöser ist keine unternehmensspezifische Nachricht, sondern eine branchenweite Sorge: Berichte über ungewöhnliche Vorfälle mit KI-Agenten von OpenAI, die eigenständig außergewöhnliche Mittel ergriffen haben sollen, um an Daten zu gelangen.
Der Chatbot-Entwickler hat das Training seiner neuesten Modelle daraufhin vorläufig gestoppt. Das nährt erneut Zweifel an der Nachhaltigkeit der milliardenschweren KI-Investitionen – und trifft Speicherchip-Hersteller wie SK Hynix besonders hart, weil deren Geschäft eng an die KI-Nachfrage gekoppelt ist.
Solidigm könnte an die Börse
Parallel zum Kursrutsch sorgt eine mögliche Kapitalmaßnahme für Aufmerksamkeit. SK Hynix erwägt einem Agenturbericht zufolge, seine US-Tochter Solidigm an die Börse zu bringen. Der Börsengang könnte kommendes Jahr stattfinden und dem Unternehmen rund 15 Milliarden Dollar einbringen. Solidigm, spezialisiert auf Flash-Datenspeicher-Hardware, könnte dabei mit bis zu 150 Milliarden Dollar bewertet werden.
Ein IPO dieser Größenordnung würde SK Hynix frisches Kapital verschaffen und gleichzeitig die eigenständige Marktbewertung der Flash-Speicher-Sparte offenlegen. Konkrete Details zu Zeitplan oder Struktur des Vorhabens liegen bislang nicht vor – die Pläne befinden sich offenbar noch in einem frühen Stadium.
Sektorweiter Ausverkauf bei Chipwerten
Der Abschlag bei SK Hynix steht nicht isoliert da. Auch Hanmi Semiconductor gibt nach, Kioxia in Tokio verliert deutlich, SMIC in Hongkong ebenfalls. Advantest und Tokyo Electron behaupten sich dagegen im Plus – ein Hinweis darauf, dass die Verkäufe selektiv jene Werte treffen, die am direktesten von der KI-Speicher-Nachfrage abhängen.
Hinzu kommt ein zweiter Belastungsfaktor: Der Ölpreis zieht wegen anhaltender Spannungen um die Straße von Hormus deutlich an, was die Risikobereitschaft an den asiatischen Börsen zusätzlich dämpft.
Für SK Hynix bleibt die Gemengelage damit zweigeteilt. Kurzfristig belastet die Nervosität rund um KI-Investitionen den Kurs spürbar. Mittelfristig könnte der mögliche Solidigm-Börsengang dem Unternehmen jedoch erheblichen finanziellen Spielraum verschaffen, sollte er wie berichtet umgesetzt werden.
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