Am Donnerstag bezog SK Hynix klar Stellung zu den Spekulationen um seine Tochtergesellschaft Solidigm. Der südkoreanische Speicherchiphersteller erklärte, dass bislang keine Entscheidung über die Kapitalpläne der US-Einheit gefallen sei. Geprüft würden sowohl interne als auch externe Finanzierungsoptionen. Jeder Schritt werde daran gemessen, wie er sich auf die bestehenden Aktionäre und den langfristigen Unternehmenswert auswirke.

Spekulationen um US-Börsengang und Fertigungspläne

Zuvor hatten Marktberichte über einen möglichen US-Börsengang von Solidigm für Unruhe unter den Anlegern gesorgt. Zusammen mit steigenden US-Anleiherenditen und wachsenden Sorgen um das Tempo der weltweiten Investitionen in künstliche Intelligenz gerieten südkoreanische Halbleitertitel unter Abgabedruck.

Zugleich stehen weiterreichende Produktionspläne in den Vereinigten Staaten im Raum. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters prüfte SK Hynix gemeinsam mit Intel Möglichkeiten für eine US-Speicherfertigung. Diskutiert wurden demnach das Anmieten von Teilen des Intel-Standorts in Ohio sowie ein Gemeinschaftsunternehmen unter Beteiligung von Cloud-Anbietern. SK Hynix stellte hierzu klar, dass keine Vereinbarungen finalisiert worden seien.

Ausbau der KI-Präsenz

Die strategische Stoßrichtung in den USA hatte CEO Kwak Noh-Jung auf dem Global Forum des Konzerns in Santa Clara unterstrichen. Im Zentrum der Präsentation stand die Speicherstrategie für künstliche Intelligenz, gestützt auf die Produktionsstandorte in Yongin und im US-Bundesstaat Indiana sowie ein geplantes US-Forschungszentrum.

Vor rund zwei Wochen brachte SK Hynix zudem seine Beteiligungsgesellschaft SK hynix Ventures an den Start. Mit dieser Einheit will das Unternehmen strategische Investitionen und Partnerschaften im globalen KI-Ökosystem vertiefen. Das Spektrum reicht von Rechenarchitekturen und Rechenzentren über Systemsoftware bis hin zu optischen Verbindungstechnologien.

Rückhalt der Belegschaft und Marktperspektive

Auf betrieblicher Ebene erzielte der Konzern Einigkeit mit den Mitarbeitern. Die Belegschaft billigte eine überarbeitete Arbeitsvereinbarung mit einer Zustimmung von 57 Prozent. Die Vereinbarung sieht vor, dass Erfolgsprämien zu 50 Prozent in bar und zu 50 Prozent in Aktien ausgezahlt werden.

Diese Einigung sichert SK Hynix Planungssicherheit bei der operativen Umsetzung der anstehenden Vorhaben. Angesichts der hohen Auslastung und des intensiven Wettbewerbs um Fachkräfte im Halbleitersektor ist ein stabiles Verhältnis zur Belegschaft eine wichtige Voraussetzung für die globale Expansion.

An der Börse spiegeln die Notierungen die Nachfrage im KI-Segment wider. Am Freitag beendete die Aktie den Handel bei einem Schlusskurs von 1.841.000,00 KRW. Seit Jahresanfang ergibt sich damit ein Zuwachs von 183 Prozent, wenngleich das Papier noch 38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.