Die Diskussion über die US-Tochter Solidigm erreicht die Führungsebene von SK Hynix. Nach Kritik von Investoren stellte das Halbleiterunternehmen am heutigen Donnerstag klar, dass weder über eine externe Finanzierung noch über einen US-Börsengang entschieden sei. Der langfristige Aktionärswert bilde das Kriterium künftiger Entscheidungen. Am Markt stieg das Papier heute um 3,2 Prozent auf 1.833.000,00 KRW.

Für Anleger steht bei der Debatte viel auf dem Spiel. Im Mittelpunkt steht die Sorge, dass eine Ausgliederung von Unternehmensteilen die Konzernstruktur verwässert. Zudem könnten Erträge an die Börse in Übersee abwandern, statt den heimischen Bestandsaktionären zu nützen.

Kritik an möglicher Mehrfachnotierung

Die Aktionärsgruppe ACT warnte am heutigen Donnerstag vor den Folgen eines solchen Schritts. Eine separate Börsennotierung könne den Holding-Abschlag vertiefen und den Unternehmenswert für bisherige Anleger schmälern. Die Gruppe will daher bei der Korea Exchange eine Prüfung beantragen, ob die Schutzmaßnahmen für Altaktionäre ausreichend gewahrt bleiben.

Auch Governance-Experten äußerten Bedenken. Eine Abspaltung könnte eine fünfstufige Mehrfach-Listing-Struktur schaffen. Ein solcher Aufbau erschwert die Kontrolle durch Investoren und führt häufig zu Bewertungsabschlägen auf Konzernebene.

Streit um Finanzierungswege der Tochter

Auslöser der Diskussion war ein Bericht über einen möglichen US-Börsengang von Solidigm vor gut einer Woche, seither verlor die Aktie 1,6 Prozent. Laut Reuters erwägt das Management ein Listing frühestens für 2027. Im Gespräch war dabei eine hypothetische Bewertung von bis zu 150 Milliarden US-Dollar.

Die Spekulationen über einen solchen Schritt sorgten umgehend für Unruhe. Marktteilnehmer fürchten, dass die Trennung des Speichergeschäfts die Ertragskraft der Muttergesellschaft schwächen könnte. Die Konzernführung sieht sich daher veranlasst, andere Finanzierungswege in den Vordergrund zu rücken.

Die Tochtergesellschaft war aus dem Zukauf des NAND- und SSD-Geschäfts von Intel hervorgegangen. Dafür bezahlte das Unternehmen seinerzeit rund 9 Milliarden US-Dollar. Neben einem Gang an die Börse standen Medienberichten zufolge auch Vorab-Investitionen von 5 Billionen Won im Raum.

SK Hynix stellt klar, dass auch rein interne Finanzierungsquellen auf dem Prüfstand stehen. Investitionen in Fertigungskapazitäten und neue Technologien sollen an der eigenen Bilanzkraft und an den Interessen der Anteilseigner ausgerichtet werden. Bindende Beschlüsse zur Kapitalstruktur von Solidigm liegen demnach bisher nicht vor.