In Südkorea stehen die Betonmischer still. Ein Streik der Transportarbeiter trifft die wichtigste Baustelle von SK Hynix in Yongin. Der Ausbau der dringend benötigten Chip-Kapazitäten gerät ins Stocken.
Tarifstreit blockiert Lieferungen
Rund 8.000 Gewerkschaftsmitglieder bestreiken seit Anfang der Woche die Lieferungen im Großraum Seoul. Sie fordern höhere Transporttarife. Eine vorläufige Einigung scheiterte am Mittwoch. Infolgedessen ruhen die Betonarbeiten am neuen Halbleiter-Cluster von SK Hynix komplett.
Das Management bemüht sich um Schadensbegrenzung. Der kurzfristige Effekt sei laut Unternehmensangaben begrenzt. Bauleiter haben die Abfolge der Arbeiten angepasst und einige Schritte vorgezogen. Ein langer Ausfall könnte den Zeitplan allerdings massiv gefährden.
Der Wettlauf um KI-Kapazitäten
Die Zeit drängt. SK Hynix baut in Yongin einen neuen Komplex mit vier Fabriken. Die erste Anlage soll Anfang 2027 den Betrieb aufnehmen. Bis 2034 will der Konzern seine Wafer-Produktion verdreifachen. Dieser Ausbau ist entscheidend, da der Engpass bei KI-Speicherchips voraussichtlich Jahre anhalten wird.
Anleger reagieren bisher gelassen. Die Aktie schloss am Freitag mit einem Plus von 2,33 Prozent bei 2.150.000 südkoreanischen Won. Seit Jahresbeginn steht ein massiver Gewinn von rund 218 Prozent auf der Anzeigetafel.
Der Kurs notiert damit knapp elf Prozent unter seinem Rekordhoch von Anfang Juni. Die annualisierte Schwankungsbreite von 102 Prozent zeigt jedoch die anhaltend hohe Nervosität im Markt.
Eine schnelle Einigung im Tarifstreit lenkt den Fokus direkt zurück auf die starke KI-Nachfrage. Hält der Lieferstopp an, rückt das Ausführungsrisiko des Yongin-Projekts in den Vordergrund. Jeder verlorene Monat auf der Baustelle kostet SK Hynix künftige Marktanteile im lukrativen Speichergeschäft.
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