Trotz des jüngsten Verkaufsdrucks im weltweiten Halbleitersektor stellen sich große Investmentbanken gegen die wachsende Skepsis an den Finanzmärkten. Nomura prognostiziert am heutigen Dienstag, dass die weltweite Speichernachfrage das Angebot mindestens bis zum Jahr 2028 übersteigen wird. Auf dieser Grundlage bekräftigte das Analysehaus seine Kaufempfehlung für SK Hynix und bezifferte das Kursziel auf 4,7 Millionen Won.

Nomura erwartet anhaltende Knappheit bei Rechenzentren

Nomura begründet den optimistischen Ausblick mit dem forcierten Ausbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Die weltweit neu erfasste Rechenzentrumskapazität soll laut der Prognose von 22,3 Gigawatt im laufenden Jahr auf 31,5 Gigawatt im Jahr 2027 steigen. Zudem schätzen die Analysten das kombinierte Umsatzwachstum der KI-Entwickler OpenAI und Anthropic im dritten Quartal 2026 auf 507 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig verweist Nomura auf die finanzielle Stärke der Branche. Die Netto-Liquidität von neun führenden Halbleiterkonzernen belief sich im zweiten Quartal 2026 auf 282 Milliarden US-Dollar und könnte nach Berechnungen des Hauses bis Ende 2028 auf zwei Billionen Dollar anwachsen.

Zugleich schränkt das Analysehaus ein, dass die Annahmen auf den Prüfstand gehörten, sollten Technologieunternehmen ihre Investitionen in Rechenzentren dauerhaft kürzen oder zeitlich verschieben.

Goldman Sachs dämpft Furcht vor chinesischer Konkurrenz

Rückenwind erhält der Speicherchip-Hersteller auch von Goldman Sachs. Die US-Bank legte am heutigen Tag dar, dass die Finanzmärkte die technologischen Fortschritte chinesischer Wettbewerber überschätzten. Zwar baue der chinesische Rivale CXMT seine Kapazitäten aus, stehe jedoch vor erheblichen Hürden bei Zertifizierungen und der profitablen Massenproduktion.

Wegen der bestehenden Ausfuhrbeschränkungen für moderne EUV-Lithografiesysteme dürfte CXMT laut Goldman Sachs bis 2028 lediglich 40 bis 50 Prozent des chinesischen Inlandsbedarfs decken. Auch bei hochentwickelten Basischips für Hochleistungsspeicher (HBM) bleibe der technologische Abstand beträchtlich. Etablierte Marktführer wie SK Hynix besäßen daher weiterhin solide langfristige Perspektiven im Wettbewerb um Schlüsselkomponenten für KI-Server.

Gegenwind am Aktienmarkt hält an

Am Heimatmarkt konnte die Unterstützung der Analysten den jüngsten Kursrutsch der Aktie nicht stoppen. Das Papier von SK Hynix ging heute mit einem Minus von 4,2 Prozent bei 1.223.000,00 KRW aus dem Handel. Gegenüber dem im Juni markierten 52-Wochen-Hoch bedeutet diese Notierung einen Abstand von minus 59 Prozent.

Neben allgemeinen Marktzweifeln über die Rentabilität von KI-Investitionen wirkten zuletzt auch Diskussionen über einen möglichen US-Börsengang der Tochtergesellschaft Solidigm belastend. Südkoreas Finanzaufsicht FSS hatte am Vortag erklärt, bei einem solchen Schritt einen Verstoß gegen Vorschriften zu Doppelnotierungen zu sehen, wobei die formelle Auslegung für ausländische Tochtergesellschaften noch aussteht.