SK Hynix plant einen massiven Sprung nach vorn. Bis 2034 will der Speicherchip-Hersteller seine Wafer-Produktion verdreifachen. Damit will der Konzern seine globale Dominanz bei KI-Komponenten langfristig sichern. Konzernchef Chey Tae-won bestätigte diesen strategischen Schritt am Donnerstag.

Japan im Fokus der Expansion

Der Konzern sucht bereits intensiv nach neuen Standorten. Japan gilt dabei als aussichtsreicher Kandidat. Dort plant SK Hynix zwischen 2028 und 2029 seine erste ausländische „AI Factory“. In diesem riesigen Rechenzentrum sollen die eigenen HBM-Speicher direkt mit Nvidia-Grafikprozessoren verschmelzen.

Parallel dazu treibt das Unternehmen den Ausbau in der Heimat voran. Eine ähnliche KI-Anlage geht in Südkorea schon 2027 ans Netz. Auch der Aufbau des Halbleiter-Clusters in Yongin beschleunigt sich.

Ausverkauft bis Jahresende

Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Für das laufende Jahr 2026 ist die gesamte HBM-Produktion bereits ausverkauft. SK Hynix liefert schätzungsweise 60 bis 70 Prozent der HBM4-Speicher für Nvidias neue Architektur.

Die Massenfertigung dieser Chips startet in der zweiten Jahreshälfte. Analysten von CLSA und Citi sehen eine deutlich verbesserte Preissichtbarkeit. Währenddessen fordern wichtige Ausrüster höhere Preise. Sie verlangen Aufschläge von drei bis vier Prozent. Das Management prüft diese Forderungen aktuell.

Starker Kurs und US-Börsengang

An der Börse zeigt der Chip-Gigant enorme Stärke. Die Aktie legte seit Jahresbeginn um 203 Prozent zu. Am Mittwoch schloss das Papier bei rund 2,05 Millionen Won. Selbst ein schwacher Gesamtmarkt am Donnerstagvormittag konnte den Kurs kaum bremsen. Nach einem frühen Minus drehte die Aktie schnell wieder ins Plus.

Die Folge: Im Mai durchbrach die Marktkapitalisierung erstmals die Marke von einer Billion Dollar. SK Hynix ist damit nach TSMC und Samsung das dritte asiatische Unternehmen in diesem elitären Club.

Jetzt rückt der amerikanische Kapitalmarkt in den Fokus. In der Woche ab dem 22. Juni entscheidet die US-Börsenaufsicht über ein mögliches ADR-Listing. Ein Debüt an der Wall Street könnte schon im August folgen. Das mögliche Emissionsvolumen liegt bei bis zu 14 Milliarden Dollar.

Analysten trauen der Aktie weitere Sprünge zu. NH Investment ruft ein Kursziel von 3,5 Millionen Won auf. Goldman Sachs sieht den fairen Wert in einer ähnlichen Spanne. Spätestens die Zahlen zum zweiten Quartal liefern den nächsten Impuls. Experten erwarten hier einen operativen Gewinn zwischen 60 und 66 Billionen Won.