SK Hynix bekommt frischen Rückenwind von der Analystenseite. Bernstein nahm die Coverage des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers am Dienstag mit einer Kaufempfehlung auf und setzte ein Kursziel von 1.150.000 Won. Die Aktie notiert aktuell bei 1.693.000 Won und damit deutlich über dieser Zielmarke – ein Hinweis darauf, wie stark der jüngste Kursanstieg das Bewertungsbild bereits verändert hat.

Der Titel legte am heutigen Handelstag um 1,1 Prozent zu, nach einem Anstieg von 0,9 Prozent auf Wochensicht. Auf Monatssicht steht ein Plus von 8,1 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Vom 52-Wochen-Hoch aus Ende Juni ist die Aktie derzeit 43 Prozent entfernt, während sie zum Jahrestief im September vergangenen Jahres einen Abstand von 431 Prozent aufweist. Diese Spanne zeigt, wie volatil das Papier in den vergangenen zwölf Monaten gehandelt wurde – die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 131 Prozent.

Rückkaufprogramm nimmt Fahrt auf

Im Zentrum der jüngsten Unternehmensnachrichten steht das Aktienrückkaufprogramm, das der Vorstand am 19. August beschlossen hatte. SK Hynix will Aktien im Wert von 40 Billionen Won zurückkaufen und vollständig einziehen lassen – nach eigenen Angaben die größte Einziehung eigener Aktien in der Geschichte südkoreanischer börsennotierter Unternehmen. Das entspricht rund 24,07 Millionen Aktien oder etwa 3,3 Prozent aller ausstehenden Anteile. Der Rückkaufzeitraum läuft seit dem 20. August über rund drei Monate.

Parallel dazu erweiterte das Unternehmen sein Ziel für die Ausschüttung an Aktionäre: Statt bislang „bis zu 50 Prozent“ des kumulierten freien Cashflows sollen künftig „über 50 Prozent“ an die Anteilseigner zurückfließen, verteilt über Rückkäufe, Einziehungen und Bardividenden. Diese Ankündigung fällt in eine Phase, in der SK Hynix mit Rekordzahlen und milliardenschweren Investitionsentscheidungen auf sich aufmerksam macht.

Bonität steigt, Investitionen laufen auf Hochtouren

Die Ratingagentur S&P Global hob die Kreditwürdigkeit von SK Hynix am 19. August von BBB+ auf A- an und begründete dies mit der starken, KI-getriebenen Geschäftsentwicklung sowie einem positiven Ausblick auf weitere Verbesserungen. Nur wenige Tage zuvor, am 7. August, hatte der Konzern Investitionen von 54 Billionen Won für zwei neue Fabriken in Südkorea beschlossen – eine für DRAM-Speicher in Yongin, eine für NAND-Flash in Cheongju.

Untermauert wird die Investitionsoffensive durch die jüngsten Quartalszahlen: Im zweiten Quartal erzielte SK Hynix mit 79,3 Billionen Won Umsatz und 60,5 Billionen Won operativem Gewinn jeweils Rekordwerte, ein Anstieg von 51 respektive 61 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die Durchschnittspreise für DRAM zogen um rund 30 Prozent an, für NAND im mittleren 50-Prozent-Bereich. Der Hochlauf der HBM4-Massenproduktion, die im zweiten Quartal begann, soll sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen – Management-Angaben zufolge bestehen bereits langfristige Abnahmeverträge mit rund zehn Kunden.

Auch bei den Analystenschätzungen zeichnet sich ein positiver Trend ab: Needham hatte das Kursziel bereits am 26. August auf 220 US-Dollar angehoben. Zusammen mit der frischen Bernstein-Einschätzung signalisiert dies, dass die Wall Street die Wachstumsstory rund um KI-Speicherchips weiterhin als intakt bewertet – trotz der zuletzt erhöhten Schwankungsbreite der Aktie.