Starke Quartalszahlen aus Südkorea geben den Halbleiterwerten an der Wall Street Auftrieb. Der Speicherchiphersteller SK Hynix hat seinen operativen Gewinn im Jahresvergleich mehr als versiebenfacht und rechnet mit anhaltendem Rückenwind durch knappes Angebot bis 2030. Das treibt die Papiere der Speicherhersteller und ihrer Ausrüster nach oben, während der breite Technologiesektor zur Wochenmitte auf der Stelle tritt.

Der Branchenindex SOX kletterte zeitweise um 1,1 Prozent und überwand mit mehr als 11.600 Punkten erstmals nach knapp zwei Wochen diese Marke. Im weiteren Verlauf bröckelte das Plus auf ein halbes Prozent ab. Der Nasdaq 100 verharrte derweil nahe seinem Vortagsniveau.

Kräftiger Gewinnsprung im Speichermarkt

Auslöser der Aufwärtsbewegung sind die jüngsten Geschäftszahlen des weltweit zweitgrößten Speicherchipherstellers nach Samsung. SK Hynix konnte seinen Umsatz im Jahresvergleich mehr als vervierfachen. Nach Einschätzung des Unternehmens wird das knappe weltweite Angebot die Wachstumsdynamik im Speichersegment über Jahre stützen.

Die Börsen honorierten die Daten unmittelbar. In Seoul schloss die Aktie von SK Hynix mit einem Plus von fast elf Prozent, bevor die Hinterlegungsscheine im frühen New Yorker Handel um zwölf Prozent anzogen.

US-Ausrüster und Speicherwerte ziehen an

Von dieser Zuversicht profitierten am Mittwoch auch die US-Konkurrenten. Die Papiere von Micron und SanDisk legten um bis zu fünf Prozent zu. Parallel dazu waren auch die Ausrüsterunternehmen der Chipbranche gesucht: Die Aktien von Lam Research, Applied Materials und KLA verbuchten spürbare Kursgewinne.

Dagegen zeigte sich der Branchenprimus Nvidia unbewegt und notierte nach seiner jüngsten Erholung auf Vortagsniveau. Unter den großen Technologiekonzernen dominiert vorerst Zurückhaltung. Am Mittwoch nach Börsenschluss legen Microsoft und Alphabet ihre Quartalsberichte vor. Außerdem steht der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed an.

Der Technologiesektor hatte sich bereits in den vergangenen Tagen etwas von den Kursverlusten des Oktobers erholt, gestützt durch Details zum geplanten Börsengang des Plattformbetreibers Anthropic in der Woche ab dem 16. November. Ob die Erholung der Chipwerte trägt, hängt nun maßgeblich an den Investitionsplänen der großen Cloud-Konzerne am Abend.