SK-Hynix-Aktien sind seit dem Rekordhoch im Juni mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Ausgerechnet jetzt kauft SK-Group-Chairman Chey Tae-won erstmals persönlich Aktien des Chipherstellers. Das Signal kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Anleger die Nerven verlieren.
Laut einer Pflichtmitteilung erwarb Chey am Donnerstag 3.620 Aktien am freien Markt. Bei einem aktuellen Kurs von 1.322.000 Won entspricht das einem Investment von rund 4,79 Milliarden Won. Bislang hielt der Chairman seine Beteiligung an SK Hynix nur indirekt über SK Square, den größten Anteilseigner des Unternehmens. Marktbeobachter deuten den direkten Aktienkauf als Versuch, das Vertrauen der Investoren nach heftigen Kursturbulenzen zu stabilisieren.
Rekordquartal reicht den Anlegern nicht
Der Kauf folgt auf die Quartalszahlen vom Vortag. SK Hynix meldete das beste Quartal seiner Geschichte: Der Umsatz stieg um 257 Prozent auf 79,32 Billionen Won, der operative Gewinn schoss um 557 Prozent auf 60,54 Billionen Won nach oben.
Trotzdem verkauften Anleger die Aktie. Der Grund: Analysten hatten mit einem Umsatz von rund 84 Billionen Won gerechnet — SK Hynix blieb deutlich darunter. Als Ursache gilt eine vorübergehende Nachfrageschwäche bei PCs und Smartphones, wo Hersteller derzeit Schwierigkeiten haben, genug Speicherchips zu sichern.
Aktie im freien Fall
Die Verkaufswelle traf die Aktie hart. Allein heute fiel der Kurs um 5,64 Prozent, binnen sieben Tagen ging es um 31,11 Prozent nach unten. Damit liegt die Aktie 55,74 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, das erst Ende Juni erreicht wurde.
Der Relative-Stärke-Index von 31,8 signalisiert eine überverkaufte Aktie. Marktbeobachter wie Dan Niles sehen darin einen möglichen kurzfristigen Boden für KI-nahe Werte. Der jüngste Einbruch sei durch Zwangsverkäufe im Zuge eines breiteren Marktrückgangs verschärft worden, so die Einschätzung.
Milliardenreserve für die nächste Speichergeneration
Trotz der Turbulenzen hält SK Hynix an seiner Investitionsstrategie fest. Die Barreserven wuchsen bis Ende des zweiten Quartals auf 88 Billionen Won — genug Spielraum für die geplante Expansion.
Im Zentrum der Strategie für 2026 steht die Massenproduktion des neuen LPDDR6-Mobilspeichers in 10-Nanometer-Technik. Tests und Probefertigung sind bereits abgeschlossen, die Serienproduktion startet in der zweiten Jahreshälfte. Der Speicher soll gegenüber dem aktuellen LPDDR5X-Standard eine um 33 Prozent höhere Datenrate bieten und richtet sich sowohl an Premium-Smartphones als auch an KI-Rechenzentren.
Der Insiderkauf des Chairman ändert nichts an der kurzfristigen Marktstimmung. Ob die Rekordzahlen und die neue Speichergeneration das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, hängt davon ab, wie sich die Nachfrage bei PCs und Smartphones in den kommenden Monaten entwickelt.
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