Nach der jüngsten Berichtssaison kehrt an den Schweizer Markt spürbar Ruhe ein. Der SMI verlor am Freitagmittag 0,23 Prozent auf 14.443,22 Punkte und koppelte sich damit vom freundlicheren Bild in der Eurozone ab. Während der EuroStoxx 50 in Richtung seiner Höchstkurse tendierte, blieb der Schweizer Leitindex das Sorgenkind unter den europäischen Börsenplätzen.

Der Kontrast zum Vortag könnte kaum größer sein. Am Donnerstag hatte der SMI seine kurze Verlustserie gestoppt und um 0,18 Prozent auf 14.475,13 Punkte zugelegt — getragen von Nestlé mit einem Kursplus von über 2,5 Prozent sowie Lindt & Sprüngli, Sandoz, Galderma und VAT Group, die zwischen 1,4 und 1,6 Prozent zulegten. Lonza gewann 1,2 Prozent, Richemont knapp ein Prozent.

Pharmawerte belasten, Rohstoffe schwächeln

Am Freitag drehte sich das Bild. Die Pharmaschwergewichte, die den Index tags zuvor noch gestützt hatten, gerieten unter Druck und zogen den SMI nach unten. Hinzu kommt die weiterhin ungeklärte Lage im Nahen Osten, offene Fragen zur US-Zinsentwicklung und generell hohe Bewertungsniveaus — Faktoren, die die Anleger vorsichtig stimmen.

Europaweit lagen Rohstoffwerte am Ende des Feldes. Die Inflationssorgen, die sich vor den US-Preisdaten aufgebaut hatten, lösten sich auf, nachdem die Zahlen sie nicht bestätigten. Das nahm Rohstoffen ihre Funktion als Inflationsabsicherung — und damit einen Teil ihrer Attraktivität.

Aus der Schweizer Konjunktur kam derweil ein Hinweis auf nachlassenden Preisdruck: Die Produzenten- und Importpreise fielen im Juli den dritten Monat in Folge, um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auf Jahressicht liegt der Rückgang bei 2,1 Prozent — ein Trend, der bereits seit Mai 2025 anhält.

Mit dem Auslaufen der Berichtssaison fehlen dem Markt derzeit neue Impulse. Die Aufmerksamkeit dürfte sich in den kommenden Tagen wieder auf die US-Zinspolitik und die geopolitische Lage im Nahen Osten richten — beides Faktoren, die den defensiv geprägten SMI in den vergangenen Handelstagen bereits ausgebremst haben.