Der Schweizer Leitindex bleibt in seiner Rekordserie, doch das eigentliche Bild liefert diesmal ein Einzelwert: Sika. Die Aktie des Bauzulieferers schießt am Dienstag um 8,58 Prozent nach oben und führt damit die Gewinnerliste im SMI klar an. Auslöser sind überraschend starke Halbjahreszahlen, die den Titel aus seiner monatelangen Schwächephase reißen — binnen vier Wochen hatte Sika zuvor noch rund vier Prozent verloren.

Der Gesamtindex selbst tut sich schwerer. Am Vormittag notierte der SMI bei 14.488,35 Punkten, ein Plus von 0,45 Prozent — spürbar zurückhaltender als noch zu Wochenbeginn. Getragen wird die Rekordjagd weiterhin von der Entspannung im Nahen Osten und einem deutlichen Rückgang der Ölpreise, die europäische Standardwerte insgesamt stützen.

Breite Beteiligung, ein Ausreißer nach unten

Neben Sika ziehen auch Alcon, Nestlé, Givaudan und Geberit mit Gewinnen zwischen 2,6 und 3,4 Prozent nach. Bei Nestlé sorgt vor allem der jüngste Kursrücksetzer für Diskussionen — viele Marktteilnehmer werten die Korrektur der vergangenen Tage als überzogen, charttechnisch gilt ein Ausbruch aus dem seit 2023 laufenden Abwärtstrend als erreicht.

Gegen den Trend läuft ABB. Die Aktie verliert 3,06 Prozent und markiert damit den größten Tagesverlust im Index — auf Monatssicht steht sogar ein Minus von fast zehn Prozent zu Buche. Konkrete Belastungsfaktoren für den heutigen Rückgang blieben unklar.

Im breiteren europäischen Bild profitierten am Dienstag auch Nahrungsmittel- und Autowerte von der insgesamt freundlichen Stimmung, während die Öl- und Gasbranche unter dem fallenden Rohölpreis weiter nachgab. Vor der US-Notenbanksitzung und den anstehenden Quartalszahlen großer US-Technologiekonzerne bleibt die Kauflaune an den Börsen insgesamt aber gedämpft.

Für den SMI bedeutet das: Die Rekordserie hält, getragen von Einzelwerten wie Sika, während der breite Markt vorsichtiger agiert. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt dabei der entscheidende Stimmungsfaktor der kommenden Handelstage.