Vier Verlusttage in Folge, dann der Gegenzug: Der Schweizer Leitindex SMI startet am Freitag einen Erholungsversuch. Am Mittag lag er 0,54 Prozent im Plus bei 13.696,71 Punkten. Ob die Stabilisierung hält, entscheidet sich am Nachmittag.

Ölpreis und Jobdaten als Taktgeber

Auslöser der Erholung sind wieder gesunkene Ölpreise. Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets verweist auf die Hoffnung auf deutlich tiefere Rohölpreise, die Europas Börsen antreibe. Diese Erwartung überlagert die weiter gestiegene Inflation im Euroraum.

Die Grundstimmung bleibt dennoch vorsichtig. Vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag halten sich viele Marktteilnehmer zurück. Auch die hohen Anleiherenditen sorgen weiter für Gesprächsstoff. Der Euro Stoxx 50 gewann am Mittag 0,81 Prozent, der britische FTSE 100 legte 0,26 Prozent zu. Der SMI hinkt dem Euroraum damit leicht hinterher.

Julius Bär mit Rückkaufprogramm

Unter den Einzelwerten fiel Julius Bär auf. Die Aktie der Privatbank gewann 2,3 Prozent, obwohl der europäische Bankensektor insgesamt schwächelte. Das Institut will eigene Aktien für bis zu 600 Millionen Franken zurückkaufen. Für die Aktionäre ist das ein deutliches Signal, zumal der Kurs unter dem Druck der schwachen Woche stand.

Außerhalb des Schweizer Marktes sorgte ein anderer Titel für Aufsehen. Die britische IG Group brach nach einem enttäuschenden Ausblick um mehr als 20 Prozent ein. Eine Belastung für den SMI ist das nicht, es zeigt aber, wie hart der Markt derzeit Enttäuschungen bestraft.

Was der Nachmittag bringt

Die US-Arbeitsmarktdaten dürften die Richtung für den Wochenschluss vorgeben. Fallen sie robust aus, könnten die Renditen wieder anziehen und die Erholung bremsen. Schwächere Zahlen würden dagegen die Zinsfantasie beleben und das Ölpreis-Argument stützen. Hält der SMI seine Gewinne bis zum Handelsende, wäre die Serie der Verlusttage zumindest gebrochen.