Geopolitische Entspannung und ein wiedererwachter Hunger auf Technologiewerte setzen die europäischen Aktienmärkte am Freitag unter Strom. Der Schweizer SMI gehört zu den klaren Gewinnern dieses Stimmungsumschwungs.

Zwei Treiber, ein Impuls

US-Präsident Donald Trump stellte am Donnerstag ein baldiges Rahmenabkommen mit dem Iran in Aussicht — auch Teheran sprach von einem möglichen Verhandlungsabschluss. Das reichte, um eine Neubewertung des Risikoklimas auszulösen. Wachstumsaktien, die in den Tagen zuvor unter Druck gestanden hatten, zogen kräftig an. Der SMI kletterte bis Freitagmittag um 1,5 Prozent auf 13.737 Punkte.

Damit hinkt der Schweizer Index dem kontinentaleuropäischen EuroStoxx 50 zwar hinterher, der erstmals die Marke von 6.200 Punkten überstieg. Das verwundert wenig: Der SMI ist defensiv geprägt und profitiert in Risk-on-Phasen typischerweise weniger stark als zyklischere Indizes.

Öl fällt, Reisen steigt

Die Friedenshoffnungen drücken die Ölpreise — was wiederum die Gewinner- und Verliererseite klar verteilt. Reise- und Freizeitwerte sowie Luftfahrttitel gehören europaweit zu den stärksten Sektoren des Tages. Finanzwerte und Luxusgüteraktien profitieren von der Aussicht auf eine mögliche Konjunkturbelebung. Einzig der Energiesektor gerät ins Hintertreffen: Ölproduzenten verzeichnen angesichts sinkender Rohstoffpreise deutliche Abschläge.

Für den SMI, in dem Pharmariesen und Konsumgüterhersteller das Schwergewicht stellen, ist das Umfeld verhalten positiv — kein Ausreißer nach oben, aber solide Mitnahmen. Der gestrige Donnerstag hatte bereits gezeigt, dass die Anleger auf neue Trump-Drohungen Richtung Iran kaum noch reflexartig reagieren. Der Freitag bestätigt nun die andere Seite dieser Medaille: Positive Signale aus dem Nahen Osten werden prompt eingepreist.