Die SoftBank Group mobilisiert in erheblichem Umfang Kapital von japanischen Privatanlegern, um ihre globale Offensive im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu finanzieren.

Das Unternehmen unter der Leitung von Masayoshi Son bereitet eine Anleiheemission im Volumen von einer Billion Yen vor, was umgerechnet rund 6,3 Milliarden US-Dollar entspricht. Diese Mittel sollen die finanzielle Basis für massive Investitionen stärken, wobei insbesondere die Beteiligung am KI-Pionier OpenAI im Fokus steht.

Milliardenschwere Kapitalaufnahme in Japan

Wie Bloomberg berichtet, handelt es sich bei der geplanten Emission um den größten Verkauf von Unternehmensanleihen an Privatanleger in der Geschichte Japans. Die siebenjährigen Papiere, die unter dem Namen „Fukuoka SoftBank Hawks Bond“ vermarktet werden, sollen einen Kupon in einer Spanne von 4,3 bis 4,9 Prozent bieten.

Der endgültige Zinssatz wird voraussichtlich am 4. September festgelegt, während die offizielle Zeichnungsfrist für Anleger vom 7. bis zum 16. September läuft.

Dass SoftBank erneut in diesem Ausmaß den Kapitalmarkt anzapft, verdeutlicht den enormen Liquiditätsbedarf der Holding. Nach zwei bereits im laufenden Jahr durchgeführten Emissionen über 418 Milliarden und 260 Milliarden Yen folgt nun ein dritter Kraftakt.

Die Anleger reagierten am heutigen Montag dennoch verhalten auf die Pläne und die allgemeine Schwäche im Technologiesektor. Das Papier verzeichnete einen Rückgang von 4,4 Prozent und notiert aktuell bei 27,16 Euro.

Fokus auf OpenAI und Energie-Infrastruktur

Ein wesentlicher Teil der aufgenommenen Mittel dürfte in die Erweiterung des KI-Portfolios fließen. Berichten zufolge beteiligt sich SoftBank mit rund 30 Milliarden US-Dollar an einer aktuellen Finanzierungsrunde von OpenAI. Der Entwickler von ChatGPT wird in dieser Runde insgesamt mit rund 852 Milliarden US-Dollar bewertet. Neben direkten Firmenbeteiligungen treibt SoftBank zudem den Aufbau einer eigenen Infrastruktur voran.

Am Sonntag wurde bekannt, dass der Konzern gemeinsam mit den Partnern Cosmos Lab und DeltaX ein Joint Venture in Osaka gegründet hat. Dort soll ab dem Geschäftsjahr 2028 die Produktion von Batterien anlaufen, die speziell für den Einsatz in KI-Rechenzentren konzipiert sind.

Das Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden Yen in diesem Segment zu erzielen. Diese vertikale Integration unterstreicht die Strategie, nicht nur in Software, sondern auch in die notwendige Hardware für die KI-Revolution zu investieren.

Schwaches Marktumfeld belastet den Aktienkurs

Trotz der Expansionsschritte steht die Aktie unter Druck. Das Unternehmen weist derzeit eine Marktkapitalisierung von 161,18 Milliarden Euro auf, sieht sich jedoch mit einem schwierigen Umfeld für asiatische Technologiekonzerne konfrontiert. Heute belasteten zudem starke Verluste bei anderen Branchengrößen wie Samsung und Alibaba die Stimmung an den Handelsplätzen in Fernost.

Analysten von GuruFocus weisen zudem auf die Bewertung der Holding hin. Mit einem aktuellen Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,89 liegt der Wert deutlich über dem historischen Median der Branche von 1,63. Während die massiven Investitionen in OpenAI das Potenzial für künftiges Wachstum bieten, beobachten Marktteilnehmer die steigende Verschuldung und die Auswirkungen der weltweit anziehenden Anleiherenditen genau.

In der laufenden Woche warten Anleger zudem auf die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch sowie auf richtungsweisende Signale der US-Notenbank, die weitere Impulse für die Bewertung zinssensitiver Tech-Werte liefern könnten.