SoftBank kommt bei seiner milliardenschweren Übernahme in den USA einen entscheidenden Schritt voran. Die US-Behörden räumen einen wichtigen Stolperstein für den Kauf von DigitalBridge aus dem Weg. Dennoch straft der Markt das Papier weiter ab. Anleger ignorieren den strategischen Fortschritt völlig.
Grünes Licht aus Washington
Die US-Kommunikationsbehörde FCC verzichtet auf eine gesonderte Prüfung der nationalen Sicherheit. Das beschleunigt den gesamten Prozess erheblich. Der Antrag durchläuft nun ein vereinfachtes Verfahren für Unterseekabel-Lizenzen. Innerhalb von 45 Tagen will die Behörde eine formelle Entscheidung treffen. Dritte können in den nächsten zwei Wochen noch Stellung nehmen. Ein endgültiger Abschluss ist das zwar nicht. Das Risiko einer politischen Blockade in Washington sinkt aber massiv.
KI-Fantasie trifft auf harte Realität
SoftBank kündigte den Deal bereits im vergangenen Jahr an. Der japanische Konzern zahlt 16 US-Dollar je Aktie in bar für DigitalBridge. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund vier Milliarden Dollar. Mit dem Kauf sichert sich SoftBank eine Plattform mit enormer Reichweite. Das US-Zielunternehmen verwaltet digitale Infrastruktur wie Rechenzentren und Glasfasernetze im Wert von 108 Milliarden Dollar.
Die US-Aktionäre haben dem Deal längst mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. An der Börse verpufft die regulatorische Entwarnung dennoch komplett. Die SoftBank-Aktie rutschte am Mittwoch auf 31,90 Euro ab. Damit beschleunigt sich der jüngste Absturz. Auf Sicht eines Monats steht ein Kursverlust von über 35 Prozent zu Buche. Die annualisierte Volatilität von fast 110 Prozent zeigt die extreme Nervosität der Anleger.
Hoher Kapitalbedarf schreckt ab
Der drastische Kursverfall hat handfeste Gründe. Investoren bewerten das finanzielle Risiko des KI-Ausbaus derzeit höher als die strategischen Chancen. SoftBank benötigt für diese Offensive enormes Kapital. Der formale Abschluss der Übernahme ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Bis dahin müssen die restlichen regulatorischen Hürden fallen. Gelingt das, wächst das Infrastruktur-Portfolio der Japaner schlagartig um Milliardenwerte.
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