Japans Tech-Konzern SoftBank greift im US-Markt für KI-Rechenzentren an. Mit einer neuen Tochter namens SB Neo will das Unternehmen ab 2027 amerikanischen Firmen High-Performance-Rechenleistung vermieten. Das ambitionierte Ziel: bis zu fünf Prozent der gesamten US-AI-Cloud-Ausgaben bis 2030.

Die US-Tochter SB Neo gehört zu 51 Prozent der SoftBank Corp., 49 Prozent hält die Mutter SoftBank Group. Größtes Einzelprojekt ist ein Rechenzentrum in Ohio – mit einem Investitionsvolumen von fünf bis sechs Milliarden Dollar. Die Amortisation erwartet SoftBank in sechs bis sieben Jahren. Langfristig peilt der Konzern eine Datenzentrum-Kapazität von zehn Gigawatt bis 2030 an. Das ist genug, um mehrere Millionen KI-Chips zu betreiben.

Milliardenschwere Finanzierung

Parallel zur Expansion sichert sich SoftBank frische Liquidität. Einem Bericht zufolge verhandelt der Konzern über einen Kredit von zehn Milliarden Dollar, besichert durch seine OpenAI-Beteiligung. Das Geld soll die massiven Investitionen in die neue US-Infrastruktur stemmen.

Gleichzeitig diversifiziert SoftBank die Lieferkette. Die Telekom-Sparte gründete ein Joint Venture mit den südkoreanischen Firmen Cosmos Lab und DeltaX. Ziel: Großformatige Batteriezellen und Energiespeicher für KI-Rechenzentren herstellen. Die Produktion im SoftBank-Werk in Osaka soll im Fiskaljahr 2027 anlaufen. Bis 2030 strebt SoftBank einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden Yen (6,38 Milliarden Dollar) aus diesem Geschäft an.

Konkurrenz für die Tech-Riesen

SoftBank stößt mit SB Neo in ein hart umkämpftes Segment vor. AWS, Azure und Google Cloud dominieren den Markt, spezialisierte Anbieter wie CoreWeave wachsen rasant. Zuletzt drückte auch Metas Vorstoß in den Eigenbau von KI-Chips auf die Branchenstimmung. SoftBanks Wandel vom Venture-Investor zum aktiven Betreiber der KI-Infrastruktur ist ein strategischer Richtungswechsel.

Die Aktie notierte am Freitag bei 33,02 Euro – ein Plus von 2,23 Prozent. Der Wochenverlust beträgt 3,45 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von 26,62 Prozent zu Buche. Der RSI liegt bei 43,8 – nahe der überverkauften Zone. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 107,3 Prozent signalisiert: Anleger müssen sich weiter auf extreme Kurssprünge einstellen. Die nächsten Quartale zeigen, ob SoftBank den milliardenschweren Umbau stemmt.