SoftBank hat seine Beteiligung an der bislang größten privaten Kapitalrunde der Tech-Geschichte besiegelt — und dennoch verlor die Aktie deutlich an Wert. Der Grund liegt nicht im Deal selbst, sondern in der Weltpolitik.
122 Milliarden Dollar für OpenAI
Am 2. April 2026 schloss OpenAI eine Finanzierungsrunde über 122 Milliarden Dollar ab, die das Unternehmen mit rund 852 Milliarden Dollar bewertet. SoftBank steuert 30 Milliarden Dollar bei und zählt damit neben Amazon (50 Milliarden Dollar) und Nvidia (30 Milliarden Dollar) zu den Hauptinvestoren. Auch Microsoft sowie Risikokapitalgeber wie Andreessen Horowitz und Sequoia Capital sind beteiligt.
Um seinen Anteil zu finanzieren, nahm SoftBank einen unbesicherten Überbrückungskredit über 40 Milliarden Dollar auf. Arrangiert wurde die Kreditlinie von einem Konsortium aus JPMorgan, Goldman Sachs, Mizuho, Sumitomo Mitsui und MUFG — mit Fälligkeit im März 2027.
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Geopolitik überschattet den Deal
Trotz der Investmentmeldung gab die SoftBank-Aktie in Tokio um 4,3 Prozent nach, die in New York gehandelten ADRs fielen sogar um 6,5 Prozent auf 11,17 Dollar. Auslöser war eine Rede von US-Präsident Donald Trump mit scharfer Rhetorik gegenüber dem Iran, die Ölpreise auf über 105 Dollar je Barrel (Brent) trieb und den Nikkei 225 um 2,4 Prozent belastete. Technologiewerte traf die veränderte Risikobereitschaft der Anleger besonders hart.
Dabei liefen die Quartalszahlen besser als erwartet: SoftBank meldete einen Gewinn von 0,14 Dollar je Aktie für das vierte Quartal — gegenüber einer Analystenerwartung von 0,10 Dollar.
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Liquidität aus dem Portfolio
Die Mittel für solche Großinvestitionen speist SoftBank auch aus Erlösen seiner Beteiligungen. Die Zahlungstochter PayPay vollzog zuletzt ihren Börsengang an der Nasdaq und erlöste dabei 879,8 Millionen Dollar — 55 Millionen ADRs zu je 16 Dollar, was einer Marktkapitalisierung von rund 10,7 Milliarden Dollar entspricht. PayPay erzielte für die neun Monate bis Dezember 2025 einen Gewinn von 103,3 Milliarden Yen (rund 656 Millionen Dollar) und zählt über 72 Millionen Nutzer.
Mehr Klarheit über die Gesamtwirkung der KI-Investitionen und die Schuldenstruktur dürfte der Jahresabschluss liefern: Am 11. Mai 2026 präsentiert CEO Junichi Miyakawa die Ergebnisse für das Geschäftsjahr bis März 2026 — inklusive globalem Webcast.
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