SoftBank baut seinen KI-Stack Schicht für Schicht aus. Nur Tage nach dem Spatenstich für ein gigantisches Rechenzentrum in Ohio hat sich der japanische Konzern an einer 225-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde für das Chip-Verbindungsunternehmen Kandou AI beteiligt — und zeigt damit, wie konsequent die Strategie vertikal aufgebaut wird.
Warum Kandou AI?
Das Kernproblem moderner KI-Infrastruktur ist nicht mehr Rechenleistung, sondern Datentransport. Je größer die Modelle, desto mehr werden die Verbindungen zwischen Prozessoren und Speicher zum Engpass. Herkömmliche Interconnect-Technologien stoßen dabei an ihre Grenzen.
Kandou AI adressiert genau diesen Flaschenhals. Die CNRZ-5-Technologie des Unternehmens nutzt sechs Leitungen statt der üblichen zwei und überträgt bis zu fünf Bits gleichzeitig — bei halbem Energieverbrauch im Vergleich zu konkurrierenden Lösungen. Zudem ermöglicht die Technologie längere Übertragungsdistanzen, was Chip-Designern mehr Flexibilität gibt. Die frischen Mittel sollen Produktion und die nächste Chip-Generation finanzieren, mit dem Ziel, Multi-Terabit-Konnektivität zu ermöglichen. Die Runde war überzeichnet und bewertet das 2011 gegründete Startup mit 400 Millionen Dollar.
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Ohio: Vom Uran-Bunker zum KI-Campus
Parallel dazu läuft SoftBanks bislang größtes Infrastrukturprojekt an. Auf dem Gelände der ehemaligen Portsmouth Gaseous Diffusion Plant — einst Zentrum der US-amerikanischen Urananreicherung im Kalten Krieg — entsteht der „PORTS Technology Campus“ in Pike County, Ohio. Geplant sind 10 Gigawatt Rechenkapazität sowie 10 Gigawatt neue Stromerzeugung, davon 9,2 Gigawatt aus Erdgas. SB Energy investiert gemeinsam mit AEP Ohio 4,2 Milliarden Dollar in neue Übertragungsleitungen. Die erste Bauphase umfasst ein 800-Megawatt-Rechenzentrum, das in zwei Jahren in Betrieb gehen soll. Im Spitzenbetrieb sollen 35.000 Bauarbeiter auf dem Gelände tätig sein.
Das Projekt ist Teil eines breiteren japanischen Investitionspakets von 550 Milliarden Dollar in den USA, das im Gegenzug für reduzierte Handelszölle vereinbart wurde.
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Kreditmarkt sendet Warnsignale
Das aggressive Investitionstempo hinterlässt Spuren in SoftBanks Kreditprofil. Die Credit Default Swaps des Konzerns weiteten sich auf ein Elf-Monats-Hoch aus und sind derzeit die weitesten unter japanischen Großunternehmen. Die Fünfjahres-CDS notieren bei rund 355 Basispunkten — etwa 100 Basispunkte über dem Niveau von Nissan Motor. S&P Global Ratings revidierte den Ausblick auf negativ, nachdem SoftBank zusätzlich 30 Milliarden Dollar in OpenAI investiert hatte. Die Ratingagentur warnte, die Wiederherstellung von Asset-Liquidität und Portfolioqualität könnte länger dauern als erwartet.
Wie SoftBank den Spagat zwischen KI-Ambitionen und Bilanzdisziplin meistert, dürfte beim nächsten Quartalsbericht am 7. Mai 2026 im Mittelpunkt stehen.
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