PayPay ist diese Woche mit einem Knall an die Nasdaq gegangen — der größte US-Börsengang eines japanischen Unternehmens seit zehn Jahren. Für SoftBank ist das mehr als ein Meilenstein: Es ist ein Balanceakt zwischen Portfolio-Monetarisierung und wachsenden Kreditsorgen.
Der Börsengang im Detail
Am 12. März debütierte PayPay unter dem Kürzel „PAYP“ auf dem Nasdaq Global Select Market. Der Ausgabepreis lag bei 16 US-Dollar je American Depositary Share. Zum Handelsstart kletterte der Kurs auf 19 Dollar — ein Plus von knapp 19 Prozent. Am Ende des ersten Handelstages stand ein Zuwachs von 13,5 Prozent auf 18,16 Dollar, im nachbörslichen Handel legte die Aktie weitere 4,2 Prozent zu.
Insgesamt wurden rund 55 Millionen ADS platziert, davon gut 31 Millionen neue Aktien von PayPay selbst und knapp 24 Millionen von einem SoftBank-kontrollierten Investmentfonds. Der Börsenwert des japanischen Zahlungsdienstleisters wurde damit auf 12,7 Milliarden Dollar taxiert.
SoftBank bleibt Mehrheitsaktionär. Da PayPay weiterhin als Tochtergesellschaft konsolidiert wird, fließen die Erlöse aus dem Börsengang nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Konzerns, sondern werden als Kapitalrücklage verbucht.
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Starkes Geschäftsmodell, schwieriges Umfeld
PayPay wurde 2018 von SoftBank und Yahoo Japan gegründet und hat sich in Japan zur dominierenden Finanz-App entwickelt: 72 Millionen registrierte Nutzer bei 96 Millionen Smartphone-Nutzern im Land. Was als reines Zahlungssystem startete, ist heute eine Plattform für Kredit, Banking, Wertpapiere und Versicherungen. Im vergangenen Monat kündigte PayPay zudem eine Partnerschaft mit Visa an, um den Schritt in den US-Markt vorzubereiten. Ein Doppellisting in Tokio schließt das Unternehmen ebenfalls nicht aus.
Der Börsengang fiel in ein schwieriges Marktumfeld. Ursprünglich für Dezember geplant, verzögerte sich das Listing durch den US-Regierungs-Shutdown im Herbst. Marktbeobachter hoben dennoch die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens hervor: PayPay gehöre zu den wenigen Fintech-IPOs, die ihren Heimatmarkt bereits klar dominieren — ein Schutzwall gegenüber geopolitischen und KI-bezogenen Unsicherheiten, die viele andere Technologiewerte belasten.
Kreditprofil unter Druck
Während PayPay an der Nasdaq feiert, steht SoftBank Group in Tokio unter erheblichem Druck. Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 20 Prozent verloren und liegt seit Jahresbeginn 18,8 Prozent im Minus — trotz einer Einjahresrendite von 94 Prozent.
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Der Hauptgrund: SoftBanks aggressive KI-Wetten belasten das Kreditprofil des Konzerns spürbar. Die Credit Default Swaps des Unternehmens weiteten sich auf ein Elf-Monats-Hoch aus und sind die breitesten unter allen japanischen Großkonzernen. Die Fünf-Jahres-CDS notierten zuletzt bei rund 355 Basispunkten — dem höchsten Stand seit April 2025. S&P Global Ratings reagierte mit einer Revision des Ausblicks von „stabil“ auf „negativ“, nachdem SoftBank weitere 30 Milliarden Dollar in OpenAI investiert hatte und nun einen Anteil von elf Prozent hält. Die Ratingagentur zweifelt daran, dass die Wiederherstellung von Asset-Liquidität und Portfolioqualität im erwarteten Zeitrahmen gelingt. Zusätzliche Unsicherheit brachten Zweifel an der Tragfähigkeit des KI-Infrastrukturprojekts „Stargate“, an dem SoftBank beteiligt ist.
Monetarisierung trifft Konzentration
SoftBanks Strategie folgt zwei Spuren gleichzeitig: Auf der einen Seite werden reife Portfolio-Assets wie PayPay an die Börse gebracht, um Kapital freizusetzen. Auf der anderen Seite verdoppelt der Konzern seine Einsätze auf KI — neben OpenAI laufen Gespräche über eine weitere Investitionsrunde, die das Startup mit bis zu 830 Milliarden Dollar bewerten würde. Im Oktober 2025 kündigte SoftBank zudem die Übernahme der ABB-Robotiksparte für 5,375 Milliarden Dollar an; der Abschluss wird für Mitte bis Ende 2026 erwartet.
Der PayPay-Börsengang liefert dem schwächelnden IPO-Markt 2026 einen willkommenen Impuls. Ob er SoftBank auch dabei hilft, das Vertrauen der Anleger in das eigene Kreditprofil zurückzugewinnen, hängt davon ab, wie schnell der Konzern seine Portfolioliquidität verbessern kann — und ob die KI-Wetten die erhofften Erträge liefern.
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