Der Ausverkauf bei KI- und Halbleiterwerten bildet das belastete Umfeld für SoftBank Group: Die Aktie verzeichnete gestern eine Tagesveränderung von -10%. Sorgen über die Finanzierung von KI-Infrastruktur treffen damit auf weitreichende Investitionspläne. Der Druck kommt aus dem Marktumfeld; die jüngsten Unternehmensankündigungen betreffen dagegen eine Anleiherückzahlung und ein mögliches Infrastrukturprojekt.

Inflation und Finanzierungsrisiken belasten

Reuters berichtete am Donnerstag über den breiten Kursrutsch in Asien. Belastend wirkten eine höher als erwartete US-Inflation sowie Berichte über finanzielle Schwierigkeiten beim US-Cloudanbieter CoreWeave. SoftBank gehörte dabei zu den deutlichen Verlierern.

Medienberichten zufolge beschäftigten Anleger außerdem höhere Zinserwartungen und Finanzierungskosten für KI-Infrastruktur. Hinzu kamen Bedenken zu den Umsatzerwartungen von OpenAI und zum Wettbewerb bei KI-Hardware. Damit richtete sich die Skepsis nicht allein gegen einzelne Unternehmen, sondern auch gegen die wirtschaftlichen Voraussetzungen weiterer KI-Investitionen.

Für SoftBank ist dieses Umfeld besonders relevant, weil parallel über ein großes neues Investitionsvorhaben berichtet wird. Dabei müssen Anleger zwischen einer möglichen Strategie und bereits gesicherter Finanzierung unterscheiden.

Fondspläne sind noch keine Finanzierungszusage

Die Financial Times berichtete am 9. Oktober, Masayoshi Son suche bei Investoren aus der Golfregion bis zu USD 100 Milliarden für eine KI-orientierte Investitionsstrategie. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium. Eine Einigung sei nicht gesichert.

Ein weiterer Medienbericht vom 10. Oktober beschrieb den geplanten Einsatz genauer: Ein vorgeschlagener Fonds solle etablierte Unternehmen übernehmen und deren Abläufe mithilfe von KI und Robotik verbessern. Weder der Fonds noch seine Finanzierung seien garantiert.

Die Größenordnung steht somit für eine Ambition, nicht für bereits verfügbares Kapital. Gerade im Umfeld steigender Finanzierungssorgen ist diese Unterscheidung für die Einordnung der SoftBank-Pläne entscheidend.

Konkrete Rückzahlung, unverbindliches Infrastrukturprojekt

SoftBank kündigte am 9. Oktober die Rückzahlung sämtlicher ausstehender vorrangiger Anleihen dieser Emission an. Sie umfasst EUR 405.103.000 und soll am 22. Oktober 2026 zu 100,00% des Nennwerts erfolgen.

Davon zu trennen ist die am 8. Oktober unterzeichnete Rahmenvereinbarung mit Grab und Petroleum Sarawak Berhad. Die Partner wollen eine Plattform für KI und digitale Infrastruktur im malaysischen Sarawak prüfen.

Die Vereinbarung verpflichtet sie weder zu endgültigen Verträgen noch zur Umsetzung. Neben dem noch ungesicherten Fonds bleibt damit auch dieses Vorhaben auf der Ebene der Prüfung. Der Kursdruck trifft SoftBank folglich in einer Phase großer Pläne, deren Finanzierung und Realisierung noch nicht durchgehend feststehen.