SoftBank steht dieser Woche im Mittelpunkt eines heftigen Analystenstreits. Während die Aktie kräftig zulegte, warnen Kritiker vor strukturellen Risiken rund um die milliardenschwere OpenAI-Wette — und das Unternehmen investiert gleichzeitig weiter tief in den KI-Halbleitermarkt.
Analysten streiten über OpenAI-Exposure
Die SoftBank-ADR-Aktie sprang am Mittwoch von 11,10 auf zuletzt 12,44 US-Dollar — ein deutlicher Anstieg, der jedoch eine gespaltene Analystengemeinde nicht zum Schweigen brachte.
Cantor Fitzgerald initiierte die Abdeckung Anfang März mit einem „Overweight“-Rating. Jefferies zog die Reißleine und stufte SoftBank von „Hold“ auf „Underperform“ herab. Das neue Kursziel liegt bei 3.140 Yen — ein Rückgang gegenüber dem bisherigen Ziel von 5.118 Yen. Begründung: SoftBank habe zuletzt rund 85 % der in OpenAIs jüngsten Finanzierungsrunden eingesammelten Mittel bereitgestellt. Das habe sukzessive Bewertungssteigerungen bei OpenAI befeuert und damit auch SoftBanks eigenen ausgewiesenen Nettovermögenswert nach oben getrieben — ein Kreislauf, den Jefferies als strukturelles Risiko wertet.
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Chip-Startup als stille Wette auf KI-Infrastruktur
Abseits der OpenAI-Debatte hat SoftBank am 23. März eine Beteiligung an Kandou AI bekanntgegeben. Das Startup schloss eine überzeichnete Series-A-Runde über 225 Millionen US-Dollar ab, an der neben SoftBank auch Synopsys, Cadence Design Systems und Alchip Technologies beteiligt sind. Die Bewertung liegt laut CEO Srujan Linga bei 400 Millionen Dollar.
Kandou AI adressiert ein konkretes Problem in der KI-Infrastruktur: Mit wachsenden Modellen steigt der Speicherbedarf exponentiell — und damit die Anforderungen an die Verbindungsbandbreite zwischen GPUs und Speicher. Das Startup setzt dabei auf Kupfer statt auf die kostenintensivere Glasfaser, die bislang in KI-Clustern dominiert. Mehrere Hyperscaler sollen bereits Kunde sein; ein Memorandum of Understanding mit einem weiteren liegt vor, dessen Name Linga nicht nennen wollte.
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PayPay-Börsengang und wachsende Schuldenlast
Mitte März lieferte PayPay einen weiteren Datenpunkt für SoftBanks Portfolio-Entwicklung. Die japanische Zahlungs-App debütierte am 12. März an der Nasdaq mit einem Eröffnungskurs von 19 US-Dollar — rund 19 % über dem Ausgabepreis von 16 Dollar — und einer Bewertung von 12,7 Milliarden Dollar. SoftBank und ein konzerneigener Fonds platzierten dabei rund 55 Millionen American Depositary Shares und erlösten knapp 880 Millionen Dollar. Es ist das erste US-Listing einer SoftBank-Mehrheitsbeteiligung seit dem Arm-IPO.
Trotz dieser Erfolge wächst der Druck auf die Bilanz. SoftBanks CFO räumte öffentlich ein, dass die Leverage Ratio — zuletzt von 16,5 % auf 20,6 % gestiegen — die interne Schwelle vorübergehend überschreiten dürfte. S&P Global revidierte den Kreditausblick auf „negativ“ und verwies auf ein 40-Milliarden-Dollar-Darlehen, das SoftBank zur Finanzierung eines großen Sekundäranteils an OpenAI aufgenommen hatte.
Bewertung hängt an einem einzigen Unternehmen
Jefferies formulierte die Kernfrage klar: Sollte OpenAI an die Börse gehen und dabei eine höhere Bewertung als in den letzten Privatrunden erzielen, oder sollten externe Investoren frisches Kapital einbringen, würde die Bank ihre negative Einschätzung überdenken. Bis dahin bleibt SoftBanks Bewertung in hohem Maß an das Schicksal eines nicht börsennotierten Unternehmens geknüpft — ein Umstand, der die Aktie weiter volatil halten dürfte.
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