Der Kursrückgang bei Arm und wachsende Zinssorgen setzen SoftBanks KI-Strategie heute gleichzeitig unter Druck. Während schwächere Technologiebewertungen die Beteiligungen belasten, erhöhen steigende Finanzierungskosten die Anforderungen an künftige Erträge.

Laut Nikkei gehören beide Faktoren zu den Gründen für den erneuten Verkaufsdruck auf SoftBank. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell die umfangreichen Investitionen wirtschaftliche Ergebnisse liefern.

Arm verstärkt den Bewertungsdruck

Arm-Aktien gerieten gestern im US-Handel deutlich unter Druck. Laut Nikkei schürte der Rückgang Sorgen über mögliche Belastungen der Anlageerträge von SoftBank. Das Unternehmen hält Medienberichten zufolge rund 87 Prozent an Arm. Damit hat die Bewertung dieser Beteiligung erhebliches Gewicht für SoftBank.

Der Druck beschränkt sich nicht auf eine einzelne Beteiligung. Die höher als erwartete US-Inflation hat die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen verstärkt und einen breiten Ausverkauf bei Technologieaktien ausgelöst. SoftBank trifft damit ein Marktumfeld, in dem Anleger sowohl hohe Bewertungen als auch die Finanzierung großer KI-Investitionen kritischer prüfen.

Laut AFP lag die US-Inflation im September bei 3,7 Prozent statt der erwarteten 3,6 Prozent. Der nächste Fed-Zinsentscheid steht am 28.10. an.

OpenAI muss hohe Erwartungen erfüllen

Bei SoftBank kommt zur Empfindlichkeit gegenüber Zinsen das Konzentrationsrisiko hinzu. Reuters berichtet über Sorgen von Investoren, ob die KI-Beteiligungen rechtzeitig ausreichende Renditen liefern. Frühere Verkäufe von Nvidia- und T-Mobile-US-Aktien dienten bereits dazu, Investitionen zu finanzieren.

SoftBanks gesamtes OpenAI-Investment beträgt laut Reuters 64,6 Milliarden US-Dollar. Zugleich lag OpenAIs annualisierter Umsatz nach einem Bericht der Financial Times Ende September bei rund 50 Milliarden US-Dollar. Zuvor waren am Markt rund 70 Milliarden US-Dollar verbreitet worden.

Diese Angaben sind weder bestätigte Jahresergebnisse noch unmittelbar vergleichbar mit SoftBanks Investitionssumme. Sie verdeutlichen aber die Bedeutung belastbarer Umsatzdaten für die Bewertung des Engagements. OpenAI-Chef Sam Altman erklärte laut Reuters zudem, das Unternehmen werde dieses Jahr aus Sicherheitsbedenken nicht an die Börse gehen.

Finanzierung verlangt belastbare Erträge

Die vor rund zwei Wochen begebene Rekord-Anleiheemission bildet den finanziellen Hintergrund dieser Debatte. Laut Reuters nahm SoftBank damit 11 Milliarden US-Dollar auf. Die Anleihen bieten bis zu 9,75 Prozent Rendite und laufen bis 2034.

Die Finanzierung soll weitere KI-Investitionen ermöglichen, ohne zusätzliche Vermögenswerte verkaufen zu müssen. Sie beseitigt jedoch nicht die Frage nach deren Ertragskraft. Für SoftBank zählt deshalb nicht allein eine Erholung der Technologiekurse: Entscheidend ist ebenso, ob die Beteiligungen die hohen Erwartungen an Wachstum und wirtschaftliche Tragfähigkeit einlösen.