SoftBank Group kommt bei einer seiner größten Übernahmen der letzten Zeit auf die Zielgerade. Der US-Infrastrukturinvestor DigitalBridge hat alle notwendigen behördlichen Genehmigungen für die Übernahme durch den japanischen Konzern erhalten. Damit fällt eine wichtige Hürde für einen Deal, der SoftBanks Positionierung im Bereich digitale Infrastruktur deutlich stärken soll.

Grünes Licht kam sowohl von der US-Energieregulierungsbehörde FERC als auch vom Ausschuss für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS), hinzu kommen weitere kartellrechtliche Freigaben in mehreren Ländern. Damit sind sämtliche Vollzugsbedingungen erfüllt, mit Ausnahme jener, die erst am eigentlichen Closing-Tag greifen. Der Abschluss der Transaktion wird binnen fünf Werktagen erwartet.

Was DigitalBridge für SoftBank wertvoll macht

DigitalBridge bringt jahrzehntelange Erfahrung in Infrastrukturanlagen mit — von Mobilfunkmasten über Rechenzentren bis zu Glasfasernetzen. Für SoftBank passt das gut ins bestehende Portfolio, das ohnehin stark auf Technologie- und Infrastrukturwetten setzt. Die Aktionäre von DigitalBridge erhalten im Rahmen der Übernahme 16 Dollar je Aktie in bar, das Unternehmen wird danach von der New Yorker Börse genommen.

Inhaber bestimmter Vorzugsaktien-Serien bekommen zudem die Möglichkeit, im Zuge des Kontrollwechsels ihre Anteile zu wandeln oder zu behalten — wer diese Option nicht nutzt, bleibt gemäß den bestehenden Bedingungen investiert.

Finanzierungsdruck bleibt Thema

Der Deal fällt in eine Phase, in der SoftBank ohnehin unter erhöhtem Finanzierungsdruck steht. Nach der verschobenen Börsennotierung von OpenAI muss der Konzern Kapital über andere Kanäle beschaffen, etwa durch Anleiheemissionen.

Ein zusätzlicher Übernahme-Abschluss in Milliardenhöhe dürfte diesen Finanzierungsbedarf kaum entschärfen, verändert aber die strategische Ausrichtung des Konzerns hin zu stabileren Infrastrukturerträgen — ein Gegengewicht zu den volatileren Technologiewetten im Portfolio.

Sollte der Vollzug wie angekündigt binnen der nächsten fünf Werktage erfolgen, wäre DigitalBridge damit vollständig in den SoftBank-Konzern integriert. Für die Aktionäre des US-Unternehmens endet die Geschichte an der New Yorker Börse, für SoftBank beginnt die Aufgabe, die neue Infrastruktursparte in die bestehende Konzernstruktur einzupassen.