Erst der Rutsch, dann der Rebound: Nach einem Kursverlust von sechs Prozent am Dienstag legt SoftBank heute früh wieder kräftig zu. Der Auslöser des Einbruchs war nicht das Tagesgeschäft, sondern die Sorge um die Finanzierung der KI-Strategie.

Kreditrisiko als Belastung

Am Dienstag fiel die Aktie auf 4.554 Yen. Die Kreditausfallversicherungen für fünf Jahre kletterten auf 432 Basispunkte, den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Marktteilnehmer lasen das als Warnsignal für die Schuldenlast hinter den KI-Wetten des Konzerns. Berichte über eine mögliche große Übernahme verstärkten die Skepsis.

Hinzu kam ein schwaches Umfeld für den gesamten Sektor. Ratingagenturen warnen vor KI-Schulden, der chinesische Chiphersteller CXMT wächst rasant und schürt Überangebotssorgen, und SK Hynix geriet wegen einer möglichen Doppelnotierung der US-Tochter unter Druck.

SoftBank war der größte Belastungsfaktor im Nikkei und zog den Index allein um rund 206 Punkte nach unten. Auch Tokyo Electron, Advantest und Kioxia gaben nach.

Heute der Rebound

Am Mittwoch dreht das Bild. SoftBank gewinnt im Tokioter Handel mehr als drei Prozent und gehört damit zu den stärkeren Schwergewichten. Der Nikkei 225 steigt um knapp ein Prozent auf rund 64.700 Punkte und holt damit einen Teil der Verluste der beiden Vortage auf. Banken, Chipwerte und Exporteure ziehen mit, Verlierer unter den großen Titeln gibt es kaum.

Die Erholung ändert allerdings wenig am Abstand zum Hoch. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 9.074 Yen, die Aktie notiert deutlich darunter. Die Stimmung gegenüber Japans bekanntestem KI-Investor bleibt fragil, auch weil die Finanzierungsfrage ungelöst ist.

Einen konkreten Prüfstein gibt es am 10. November. Dann legt SoftBank die Zahlen für das nächste Quartal vor. Der Markt dürfte dort vor allem auf Aussagen zur Verschuldung und zur Finanzierung der KI-Beteiligungen achten.